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Versuche am Nerv-Muskelpräparat des Frosches. Über die Steigerung der Giftwirkung von Hydrochinon durch Begünstigung seiner Oxydation

Ein Beitrag zur Toxikologie aromatischer Verbindungen
  • Richard Labes
Article

Zusammenfassung

Die Frage nach der Bedeutung der Oxydationsprodukte aromatischer Körper für die Giftwirkung dieser Körper wird erörtert.

Es wird gezeigt, daß Bedingungen, die die Oxydation des Hydrochinons begünstigen, gleichzeitig die Schädigung der Nerven von isolierten Nerv-Muskelpräparaten durch sehr verdünnte Lösungen (1∶10 000) dieses Stoffes beschleunigen, wobei gleichzeitig oder bald nach dem Erlöschen der indirekten Erregbarkeit Nerv und Muskel durch die Oxydationsprodukte gefärbt werden.

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Literatur

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    Das Resorzin könnte nur auf Umwegen in ein Oxychinon überführt werden.Google Scholar
  10. 2).
    Diese Beziehung tritt nicht nur bei manchen Fiebermitteln, sondern auch bei anderen Pharmaka mit aromatischen Substituenten hervor, so daß die Aufklärung solcher Zusammenhänge nicht nur für die Arzneimittelsynthese, sondern ebenso für die Chemotherapie von Interesse wäre.Google Scholar
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    Im allgemeinen steigert die Alkoxylierung Lipoidlöslichkeit und narkotische Wirkungskomponente; aber andere Substitutionen können das Gegenteil bewirken. So hat Schüller gezeigt, daß die Einführung der Sulfogruppe leicht dissoziierende und daher leicht lipoidlösliche Produkte liefert. Arch. f. exp. Pathol. u. Pharmakol. 1925, Bd. 106, S. 165. Vgl. auch Labes, Biochem. Zeitschr. 1922, Bd. 130, S. 17.Google Scholar
  13. 1).
    Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, daß z. B. Hydrochinon auch bei Abwesenheit von Sauerstoff im Gewebe einen Wasserstoffakzeptor vorfindet, der die Dehydrierung des Hydrochinons ermöglicht. Aber es ist zu erwarten, daß bei Gegenwart von Sauerstoff als Wasserstoffakzeptor die Dehydrierung erleichtert wird.Google Scholar
  14. 1).
    Das Präparat hatte vorher eine halbe Stunde in einem gleichen luftfrei verschlossenen Maßzylinder mit sauerstofffreier Ringerlösung mit dem gleichen Bikarbonatzusatz, aber ohne Hydrochinon gehangen. (Es wurden übrigens für diese Versuche möglichst kleine Eskulenten bevorzugt, da hier der Diffusionsweg ins Innere des Muskels und Nerven kürzer ist als bei größeren und dickeren Organen.)Google Scholar
  15. 2).
    Dies Präparat hatte vorher eine halbe Stunde in einer Petrischale mit Ringerlösung mit dem gleichen Zusatz von Natriumkarbonat aber ohne Hydrochinon gelegen.Google Scholar
  16. 1).
    Da das Präparat bei der elektrischen Reizung naturgemäß vorübergehend mit dem Sauerstoff der Luft in Berührung kommt, wurde eine häufige Reizung der Präparate möglichst vermieden.Google Scholar
  17. 2).
    Es wurden derartig große Mengen Natriumbikarbonat zugesetzt, um mit Sicherheit eine eventuelle Säuerung im Nerv-Muskelpräparat zu überwinden. Dieser Bikarbonatgehalt schädigt aber Nerv und Muskel von Kontrollpräparaten auch nach 24 Stunden nicht merklich.Google Scholar
  18. 1).
    Eher können empfindliche Präparate bei saurer Lösung durch Phenol geschädigt werden.Google Scholar
  19. 1).
    In manchen Fällen war nach 11/2 Stunden in der Bikarbonatlösung (Hydrochinon 1∶10 000) die Nervenerregbarkeit noch nicht voll erloschen, aber weit unter die Erregbarkeit der Muskeln gesunken (Rollenabstand kleiner als 8 cm). In diesen Fällen erwiesen sich auch die Kontrollpräparate in der sauren Lösung (Hydrochinon 1∶5000 und 1∶10 000) weit weniger empfindlich. Ihre Nervenerregbarkeit war nach 10 Stunden überhaupt noch nicht herabgesetzt (Rollenabstand größer als 18 cm — Die Windungszahl der sekundären Rolle des benutzten Induktoriums Zimmermann Leipzig betrug 5000—).Google Scholar
  20. 1).
    Da nach eigenen Untersuchungen die Adrenalinwirkung auf den Carotisstreifen durch den (Wasserstoffakzeptor) Sauerstoff gefördert wird, ist es immerhin möglich, daß die manchmal beobachtete Verstärkung der Adrenalinwirkung durch Hydrochinon mit derartigen Dehydrierungsvorgängen in Beziehung steht. Bemerkenswert ist vielleicht, daß das Adrenalin ebenso wie in obigen Versuchen das Hydrochinon bei alkalischer Reaktion schneller wirkt.Google Scholar

Copyright information

© Verlag von F. C. W. Vogel 1929

Authors and Affiliations

  • Richard Labes
    • 1
  1. 1.Pharmakologischen Institut der Universität BonnBonnDeutschland

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