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Vergleichende Untersuchungen über die Wirksamkeit und Giftigkeit der Dämpfe niederer aliphatischer Alkohole

  • W. Weese
Article

Zusammenfassung

An weißen Mäusen wird die narkotische und toxische Wirkung von Methyl-, Äthyl-, Propyl-, Butylalkohol und ihren Isomeren verglichen, wenn bei konstanter Temperatur gleiche bzw. äquimolare Mengen in gleichen Räumen verdampft und durch die Lungen resorbiert werden.

Es werden die minimalsten Mengen der Alkohole festgestellt, die überhaupt noch Narkose erzeugen.

Der narkotische Effekt wird an der Zeit verglichen, die verstreicht, bis ein Tier nach Zugabe gleicher bzw. äquimolarer Mengen Alkohol in Narkose fällt.

Die Toxizität wird an der kürzesten Dauer verglichen, die ein Tier in bestimmter Dampfkonzentration verbleiben muß, um an den Folgen der Narkose zu sterben.
  1. 1.

    In ungesättigten Dämpfen nimmt der narkotische, und toxische Effekt entsprechend der Richardsonschen Regel und der Anzahl der C-Atome zu.

    In gesättigten Dämpfen tritt infolge des wechselnden Sättigungsdruckes eine Verschiebung auf: n-Butylalkohol und Isobutylalkohol sind narkotisch weniger wirksam als die Propylalkohole, sekundärer und tertiärer Butylalkohol dagegen stärker.

    Der toxische Grenzwert des tertiären Butylalkohols liegt zwischen dem des Propyl- und Äthylalkohols, der des n-Butylalkohols zwischen dem des Äthyl- und Methylalkohols, und der des Isobutylalkohols ist sogar niedriger als der des Methylalkohols.

     
  2. 2.

    Tägliche wiederholte längere Narkosen am gleichen Tier mit demselben Alkohol ergeben für den Methylalkohol nach 9–18 Narkosen stets einen tödlichen Ausgang. Histologisch finden sich neben gutartiger Leberverfettung schwere Bronchopneumonien und Nephritiden.

    Die übrigen Homologen erzeugen nie tödlichen Ausgang. Es finden sich übereinstimmend höchstens reversible Leberverfettungen.

     
  3. 3.

    Chronische Einwirkungen von nicht tief narkotisierenden Alkoholdampfspannungen haben bei allen untersuchten Homologen keinerlei direkt lebensbedrohende Schädigung zur Folge.

     

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Copyright information

© Verlag von F.C.W. Vogel 1928

Authors and Affiliations

  • W. Weese
    • 1
  1. 1.Pharmakologischen Institut der Universität MünchenMünchenDeutschland

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