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Über den Antagonismus der Lokalanästhetika gegenüber dem Veratrineffekt am Muskel

  • J. Schüller
  • F. Athmer
Article

Zusammenfassung

Der Veratrineffekt am quergestreiften Muskel läßt sich durch die verschiedensten Lokalanästhetika, besonders durch Anästhesinlösungen, aufheben; und zwar so, daß die in der Veratrinkurve enthaltene, mehr oder weniger verdeckte, normale Anfangszuckung fast unverändert wieder erscheint.

Dieser Antagonismus ist spontan oder durch Spülung reversibel.

Die motorischen Nerven sind bei dem ganzen hier in Rede stehenden Phänomen nicht wesentlich beteiligt, da der Effekt derselbe bleibt, sowohl am kararinisierten Muskel wie bei Reizung vom Nerven aus. Ob aber im vorliegenden Falle die Lokalanästhetika angreifen an der kontraktilen Substanz selbst, oder einer Myoneuralverbindung, oder vegetativen Nervenfasern, oder anderen nervösen Gebilden im Muskel, ist zurzeit nicht zu entscheiden. Auch läßt sich aus dem beschriebenen Antagonismus etwas Definitives über die Natur der Veratrinverkürzung (tonisch oder tetanisch) noch nicht herleiten, wenngleich es sehr bemerkenswert ist, daß unzweifelhafte Tonussteigerungen anderer Genese2) durch Novokain und Kokain aufgehoben werden.

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    Inzwischen hat der eine von uns (Sch.) festgestellt, daß auch die Coffeinstarre des Muskels und die sie begleitenden mikroskopischen Destruktionserscheinungen durch Novokain, Kokain, Anästhesin (nicht durch Alkohol, Äther) mehr weniger komplett verhindert werden, worüber demnächst berichtet werden soll.Google Scholar

Copyright information

© Verlag von F. C. W. Vogel 1921

Authors and Affiliations

  • J. Schüller
    • 1
  • F. Athmer
    • 1
  1. 1.Pharmakologischen Institut der Universität LeipzigLeipzigDeutschland

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