Versuche über die Steigerung der Adrenalinempfindlichkeit sympathisch innervierter Organe nach der Abtrennung von den zugehörenden Ganglien

  • Kenmatsu Shimidzu
Article

Zusammenfassung

Die Zunahme der Adrenalinempfindlichkeit, die innerhalb einiger Tage nach der Entfernung des zu dem betreffenden Organ gehörenden sympathischen Ganglions oder nach der Durchtrennung der postganglionären sympathischen Fasern sich ausbildet, wird an der Iris, den Ohrgefäßen und dem Dünndarm des Kaninchens quantitativ ausgemessen. Die Zunahme ist am stärksten an der Iris (Steigerung auf das 16–40 fache), sie ist regelmäßig, aber schwächer auch an den Ohrgefäßen (Steigerung auf das 2–8 fache) und an dem Dünndarm (Steigerung auf das 2–4 fache) zu beobachten.

Da am zuvor entnervten Blutgefäßpräparat nicht nur die Anfangsempfindlichkeit eine höhere ist, sondern auch die am normalen Präparat die Auswertungen von Adrenalinlösungen so erschwerende Empfindlichkeitssteigerung fehlt oder doch viel schwächer ist, empfiehlt es sich, derartige Auswertungen an Ohrpräparaten vorzunehmen, deren zugehörendes oberstes Halsganglion einige Tage zuvor entfernt und deren Nerv. auric. magn. durchtrennt worden ist.

Die spontane Empfindlichkeitssteigerung der normalen Ohrgefäße scheint nicht nur dadurch zustande zu kommen, daß sich postmortal die gleichen mit dem Fortfall der sympathischen Ganglien zusammenhängenden Veränderungen der Muskulatur ausbilden, die intravital nach der Ganglienentfernung eintreten.

Es wird darauf hingewiesen, daß die Adrenalinüberempfindlichkeit der vom Ganglion abgetrennten Blutgefäße für die Entstehung arteriosklerotischer Prozesse von Bedeutung sein könnte.

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    Anmerkung bei der Korrektur. Inzwischen beobachtete ich an einem Ohrpräparat, das 45 Tage nach der Herausnahme des obersten Halsganglions und der Durchtrennung des Nerv. auric. magn. untersucht wurde noch ein starkes Ansteigen der Adrenalinempfindlichkeit im Verlauf des ersten Tages. Trendelenburg.Google Scholar
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Copyright information

© Verlag von F.C.W. Vogel 1924

Authors and Affiliations

  • Kenmatsu Shimidzu
    • 1
  1. 1.Pharmakologischen Institut zu Freiburg i. Br.Freiburg i. Br.Deutschland

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