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Experimentelle Untersuchungen über die Ausscheidungsgröße des Thalliums in verschiedenen Körperflüssigkeiten

  • Joachim Frey
  • Maria Schlechter
Article

Zusammenfassung

Es wurden Kaninchenversuche mit Thalliumvergiftung (subcutane Injektion einer wässerigen Tl-Acetatlösung) angestellt und die Tl-Konzentrationen im Blut, Pfortaderblut, Magensaft, Blasengalle, Dünn-und Dickdarm, Kot, Harn, Milch sowie Plazenta und fötalem Gewebe spektrographisch nach der Gerlachschen Untersuchungsart bestimmt. Dabei findet sich:
  1. 1.

    Als Hauptausscheidungsorgan ist die Niere anzusehen.

     
  2. 2.

    Schon wenige Minuten nach der Injektion des Giftes erscheint Tl im Magensaft. Seine Konzentration ist abhängig von der Blutkonzentration, die sie nie ganz erreicht.

     
  3. 3.

    Beim Verfolgen des Tl-Gehalts des Darminhalts findet sich eine sprunghafte Konzentrationserhöhung im oberen Dünndarm (über die Blutkonzentration), die bis zum mittleren Dickdarm etwas abnimmt, um im Enddarm etwa die Blutkonzentration wieder zu erreichen. Für die Konzentrationserhöhung im oberen Dünndarm wird das Hinzukommen der stark thalliumhaltigen Blasengalle verantwortlich gemacht; die Konzentrationsabnahme im Enddarm geschieht durch den Eindickungsvorgang des Darminhaltes.

     
  4. 4.

    Thallium ist auch einem entero-hepatischen Kreislauf unterworfen.

     
  5. 5.

    Thallium geht in die Milch in einer Konzentration über, die gering unter der des Blutes liegt.

     
  6. 6.

    Auch die Plazenta ist für Tl durchlässig. Im fötalen Gewebe (Herz, Gehirn, Leber, Niere) wurde das Gift in größeren Mengen nachgewiesen.

     
  7. 7.

    Trächtige Tiere zeigen bei gleichen Dosen keine allgemeinen Vergiftungserscheinungen wie andere Tiere. Die abortive Wirkung des Tl wird bestätigt.

     
  8. 8.

    Auf Grund der gefundenen Ausscheidungsvorgänge werden therapeutische Vorschläge für Vergiftungsfälle gemacht.

     

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Copyright information

© Verlag von F.C.W. Vogel 1939

Authors and Affiliations

  • Joachim Frey
    • 1
  • Maria Schlechter
    • 1
  1. 1.Medizinischen Klinik der Universität Freiburg i. Br.Freiburg i. Br.Deutschland

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