Beiträge zur Kenntnis der Wirkungsweise des Arsenwasserstoffes

  • W. F. v. Oettingen
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Zusammenfassung

Zusammenfassend läßt sich also folgendes sagen:
  1. 1.

    Die leichtesten Grade der Arsenwasserstoffvergiftung, die noch keine Verfärbung des Blutes bewirken, führen zu einer Abnahme des maximalen Sauerstoffbindungsvermögens, ohne daß zunächst ein Erythrocytenzerfall eintritt; dieser stellt sich vielmehr erst nach 2×24 Stunden ein, in diesem Stadium ist dann der Atmungsindex erhöht, was auf die Anwesenheit junger Erythrocyten hindeutet.

     
  2. 2.

    Das maximale Sauerstoffbindungsvermögen der jungen Erythrocyten, die eine erheblich größere Sauerstoffkapazität haben wie die alten, wird durch leichtere Grade der Arsenwasserstoffvergiftung auch beim Säugetier in annähernd demselben Verhältnis geschädigt.

     
  3. 3.

    Der bei der Arsenwasserstoffvergiftung entstehenden Arsen-Hämoglobinverbindung ist, wie bereits Meißner feststellte, ein konstantes Spektrum eigentümlich, das jedoch im Tierexperiment nie gesehen wurde.

     
  4. 4.

    Dem Arsenwasserstoff kommt neben der hämolytischen Wirkung noch eine Wirkung auf das Zentralnervensystem zu, die sich in Narkose und vollständiger Lähmung äußert, während die peripheren Nervenenden unbeeinflußt bleiben. Diese Komponente der Vergiftung tritt vor allem beim Frosch hervor, läßt sich aber auch an der Maus nachweisen.

     

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    Es sei an dieser Stelle gestattet, Herrn Prof. Thoms verbindlichsten Dank auszusprechen.Google Scholar
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Copyright information

© Verlag von F.C.W. Vogel 1917

Authors and Affiliations

  • W. F. v. Oettingen
    • 1
  1. 1.Pharmakologischen Institut der Universität HeidelbergHeidelbergDeutschland

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