Pharmakologische Untersuchungen über die Wirkung intrakutaner Reize

III. Mitteilung: Die Änderung der Reizschwelle parasympathischer und sympathischer Gifte durch Intrakutanreize
  • Friedrich Luithlen
  • Hans Molitor
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Zusammenfassung

An tief betäubten oder dezerebrierten Katzen wurde untersucht, ob nach Anlage einer intrakutanen oder intrakornealen Quaddel von physiologischer Kochsalzlösung das parasympathische und das sympathische Nervensystem in ähnlicher Weise wie für elektrische, auch für chemisch-pharmakologische Reize sensibilisiert wird.

Der Vergleich der durch Cholazyl in eben überschwelligen Dosen bewirkten Blutdrucksenkung vor und nach Anlage einer Quaddel ergab, daß durch den intrakutanen Reiz die Anspruchsfähigkeit des parasympathischen Systems ähnlich wie für elektrische, so auch für chemisch-pharmakologische Reize gesteigert war.

Der Vergleich der Adrenalin-Blutdrucksteigerung vor und nach einer Quaddel gestattete auch das sympathische System auf eine durch den intrakutanen Reiz erfolgte Sensibilisierung zu untersuchen. In mehr als der Hälfte der Fälle zeigte seine Reaktionsfähigkeit eine deutliche Steigerung, während sie in anderen völlig unverändert blieb. Der Versuch, die refraktären Fälle auf Überwiegen des Vagustonus zurückzuführen und durch dessen Beseitigung mittels Atropinisierung die Steigerung der Adrenalinempfindlichkeit regelmäßiger zu erhalten, gelang nur teilweise; auch bei manchen völlig atropinisierten Katzen blieb die intrakorneale Reizung ohne Wirkung auf das sympathische System.

Die intrakutane oder intrakorneale Injektion physiologischer Kochsalzlösung scheint in erster Linie eine Empfindlichkeitssteigerung des parasympathischen Systems zu bewirken; daneben wird aber in vielen Fällen gleichzeitig auch die Reaktionsfähigkeit des sympathischen Systems erhöht.

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Literatur

  1. 1).
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    In letzter Zeit wurde von Lasch und Perutz über einschlägige Versuche berichtet, die ein negatives Ergebnis hatten; dieser scheinbare Widerspruch scheint uns in der Anwendung einer von der unseren wesentlich abweichenden Versuchstechnik gelegen.Google Scholar

Copyright information

© Verlag von F.C.W. Vogel 1926

Authors and Affiliations

  • Friedrich Luithlen
    • 1
  • Hans Molitor
    • 1
  1. 1.Pharmakologischen Institut der Universität WienWienÖsterreich

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