Die Verteilung von Arzneistoffen auf verschiedene Regionen des Zentralnervensystems, zugleich ein Beitrag zu ihrer quantitativen Mikrobestimmung im Gewebe

Mitteilung: Strychnin
  • Franz Veit
Article

Zusammenfassung

Es wird ein Extraktionsverfahren angegeben, das es ermöglicht, Strychnin in kleinen Mengen Gehirn- und Organgewebe sowie Blut und Liquor zu bestimmen. Als Nachweisobjekt dienen junge, weiße Mäuse von 4–5 g Gewicht, die auf 0,3γ/g noch mit deutlichen, kurzen Tetanusanfällen reagieren.

Die Genauigkeit dieser Methode reicht aus zur Untersuchung der Verteilung des Alkaloids auf das Zentralnervensystem, wenn man durch Äthernarkose die tolerierten Dosen erhöht. Es ergaben sich dabei dieselben Regelmäßigkeiten wie bei den bisher behandelten Stoffen Scopolamin, Atropin, Chinin, Mezkalin, Apomorphin und Bulbokapnin. Zunächst wird ein Stadium ungleicher Verteilung festgestellt, in dem die zellreichen Teile bevorzugt sind. Darauf folgt dann eine Phase des Konzentrationsausgleiches, in der alle Regionen des Zentralnervensystems gleiche Giftmengen enthalten.

Zur Deutung dieser Befunde muß wieder die Blutversorgung herangezogen werden; diese ist demnach verantwortlich zu machen für die nach den gleichen Gesetzmäßigkeiten vor sich gehende Verteilung sämtlicher in den Mitteilungen I–IV untersuchten und dabei stark selektiv wirkenden Alkaloide auf verschiedene Regionen des Zentralnervensystems. Somit bestehen keine Beziehungen zwischen dem spezifischen Effekt eines dieser Stoffe und seiner Verteilung.

Niere und besonders Leber enthalten mehr Strychnin als das Gehirn, Blut etwa die gleiche Konzentration.

Im Liquor war meistens kein Gift nachzuweisen; in einigen Fällen fanden sich geringe Mengen, die aber erheblich unter dem Giftgehalt der alkaloidärmsten Hirnabschnitte lagen.

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Copyright information

© Verlag von F. C. W. Vogel 1935

Authors and Affiliations

  • Franz Veit
    • 1
  1. 1.Chemischen Abteilung des Kaiser Wilhelm-Instituts für Hirnforschung in Berlin-BuchBerlin-BuchDeutschland

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