Über die Bedeutung der Wasserlöslichkeit von Geninen und Glykosiden aus der Gruppe des Digitoxins und k-Strophantins für ihre Adsorptionsfahigkeit

  • K. Korfmacher
Article

Zusammenfassung

Die in ihren Ursachen bisher noch nicht geklärte Tatsache, daß die herzwirksamen Glykosidstoffe mit abnehmendem Zuckeranteil im Molekül auch in sehr starkem Ausmaß ihre Wirksamkeit einbüßen, führte zu der Hypothese, daß die zuckerärmeren oder zuckerfreien Verbindungen, also die weniger leicht wasserlöslichen Abbaustufen der genuinen Glykoside, eine geringere Haftfähigkeit besitzen. Die Art dieser Glykosidbindung hat noch keine genügende Aufklärung gefunden. Die Annahme der adsorptiven Bindung als wichtige Voraussetzung der biologischen Wirkung führte uns zu der Frage, ob die Wasserlöslichkeit der einzelnen Glykoside und Genine auch in vitro für ihre Adsorptionsfähigkeit eine Rolle spielt, die dieser Annahme entsprechen könnte. Nach den vorgelegten Versuchsergebnissen ist die Frage zu verneinen. Bei den Adsorptionsmitteln mit ausgesprochener elektrischer Ladung ließ die Adsorption überhaupt keine wesentlichen Unterschiede erkennen. Die Adsorption an Tierkohle erfolgte dagegen in einer gewissen Abhängigkeit von der Wasserlöslichkeit der untersuchten Verbindungen; sie widersprach aber unseren Erwartungen: Die schwerer wasserlöslichen Genine, also die Stoffe mit schwächster Wirkung wurden gegenüber den mehr wasserlöslichen, wirksameren Verbindungen stärker adsorbiert.

Es wurde dabei auch festgestellt, daß die verschiedenen Wirkstoffe, besonders die der Strophanthinreihe, zur Erreichung ihrer maximalen Adsorptionswerte eine gewisse Einwirkungszeit benötigen. Nach einstündigem Schütteln kann die Bindung als abgeschlossen betrachtet werden. Die Stoffe der Digitoxinreihe waren aber schon nach wenigen Minuten erschöpfend gebunden.

Bei der Prüfung der Adsorptionsgröße dieser Stoffe unter Einwirkung von Galle oder Gallensäuren zeigte sich, daß besonders die Gallensäuren eine stark verdrängende Wirkung ausüben, die die glykosidbindungen wieder von der Tierkohle lösen. Dabei ließ sich das Strophanthin etwas leichter verdrängen.

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Copyright information

© Verlag von F. C. W. Vogel 1939

Authors and Affiliations

  • K. Korfmacher
    • 1
  1. 1.Pharmakologischen Institut der Westfälischen Wilhelms-Universität MünsterMünsterDeutschland

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