Oxalatwirkung und Calcium

  • Norbert Brock
  • H. Druckrey
  • H. Herken
Article

Zusammenfassung

  1. 1.

    Die Glykogenolyse von Gewebsschnitten der Rattenleber wird durch Oxalat vergiftet. Die völlige Aufhebung der Glykogenolyse gelingt sicher noch mit Oxalatmengen, die nur 10% des vorhandenen Calciums äquivalent sind, und zwar auch dann, wenn gleichzeitig eine entsprechende Menge Calcium zugefügt wird. Eine Herabsetzung des Calciumgehalts in der Ringerlösung bis auf 30% hat dagegen keine Wirkung auf den manometrisch meßbaren Stoffwechsel. Auch bei völligem Fehlen des Calciums bleibt die Glykogenolyse erhalten.

     
  2. 2.

    In calciumfreier Ringerlösung sinkt der Gasstoffwechsel katastrophal bis an den Nullwert ab. Wird dagegen bei Untersuchung in calciumhaltiger Ringerlösung soviel Oxalat zugegeben, wie zur Bindung des gesamten vorhandenen Calciums nötig ist, so bleibt die Atmung trotzdem auf der normalen Höhe. Die Bindung des Calciums durch Oxalat kann also — wenigstens in dieser Hinsicht — nicht dem Entzug von Calcium gleichgesetzt werden.

     
  3. 3.

    Gefälltes Calciumoxalat ist ohne Wirkung auf die Glykogenolyse.

     
  4. 4.

    Nach diesen Ergebnissen wirkt das Oxalat auf die Glykogenolyse unmittelbar, und nicht durch Fällung des Calciums giftig; es wird vielmehr durch diese Ausfällung gerade „entgiftet”.

     
  5. 5.

    Da Oxalat in der Leber in einer auf die Glykogenolyse wirksamen Konzentration physiologisch vorhanden ist, ist eine physiologische Funktion der Oxalsäure wahrscheinlich.

     

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1.
    Brock, N., H. Druckrey u. H. Herken: Biochem. Z.300, 1 (1938); H. Herken: Arch. exper. Zellforsch.22, 626 (1939).Google Scholar
  2. 2.
    Meyerhof, O.: Pflügers Arch.188, 114 (1921).Google Scholar
  3. 3.
    Lohmann, K.: Biochem. Z.222, 324 (1930).Google Scholar
  4. 4.
    Haarmann:Ebenda256, 350 (1932).Google Scholar
  5. 5.
    Dickens u. Simer: Biochem. J. (Brit.)23, 936 (1929).Google Scholar
  6. 23.
    Heubner, W., u. P. Rona: Biochem. Z.93, 217 (1919); F. Günther u. W. Heubner: Klin. Wschr.3, 789 (1924); G. Orzechowski: Naunyn-Schmiedebergs Arch.184, 694 (1937).Google Scholar
  7. 24.
    Flaschenträger, B., u. P. B. Müller: Hoppe-Seylers Z.251 (1937); P. B. Müller: Ebenda Hoppe-Seylers Z.256, 75 (1938); P. B. Müller: Dissertation, Zürich 1937; G. Orzechowski, P. Gömöri u. M. Hundrieser: Naunyn-Schmiedebergs Arch.178, 739 (1935).Google Scholar
  8. 25.
    Domini, G.: Arch. di Fisiol.38, 445, 474 (1939).Google Scholar
  9. 26).
    Brock, N., H. Druckrey u. H. Herken: Biochem. Z.302, 393 (1939).Google Scholar
  10. 27.
    Embden, G.: Handb. d. norm. u. path. Phys.8, 417 (1925).Google Scholar

Copyright information

© Verlag von F. C. W. Vogel 1939

Authors and Affiliations

  • Norbert Brock
    • 1
  • H. Druckrey
    • 1
  • H. Herken
    • 1
  1. 1.Pharmakologischen Institut der Universität BerlinBerlinDeutschland

Personalised recommendations