Beitrag zum gegenseitigen Antagonismus zwischen Cardiazol, Coramin und Narkotica

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Zusammenfassung

  1. 1.

    Der gegenseitige Antagonismus des Cardiazols und Paraldehyds und Chloralhydrats wird in Versuchen an Ratten und Kaninchen best\:atigt.

    Tiere, die mit kleinen, noch nicht Reflexlosigkeit hervorrufenden Gaben von Chloralhydrat oder Paraldehyd vorbehandelt sind, sind gegen die toxischen Wirkungen normalerweise mehrfach tödlicher Cardiazolgaben geschützt. Man kann ferner Tiere, die mit überletalen Gaben von Cardiazol vorbehandelt sind, am Leben erhalten, wenn man bei Eintritt der Krämpfe kleine Mengen von Paraldehyd oder Chloralhydrat intravenös gibt.

     
  2. 2.

    Durch eine einmalige gro\sBe Cardiazolgabe gelingt es, Tiere, die mit der letalen oder etwas \:uberletalen Menge Chloralhydrat oder Paraldehyd vergiftet sind, in der Mehrzahl zu retten.

     
  3. 3.

    Bei Coramin ist der Antagonismus gegen Paraldehyd und Chloralhydrat nach jeder Richtung weit geringer. Es ist nicht m\:oglich, Tiere, die mit letalen Gaben von Chloralhydrat oder Paraldehyd vergiftet sind, mit Coramin in der Mehrzahl am Leben zu erhalten.

     
  4. 4.

    Unsere Versuche scheinen zu best\:atigen, da\sB dem Coramin neben erregenden auch l\:ahmende Wirkungen zukommen.

     

Die Versuche haben weiter ergeben, daß Cardiazol bei rektaler Applikation etwa ebenso wirksam ist wie bei subeutaner. Cardiazol besitzt am narkotisierten Tiere eine sehr große therapeutische Wirkungsbreite. Es scheint allerdings, daß diese therapeutische Wirkungsbreite des Cardiazols bei verschiedenen Narkotica wechselt, und die vorliegenden Versuche sind noch nicht ausreichend, um genauere, zahlenmäßige Angaben zu machen. Diese Versuche und die Angaben in der Literatur lassen es aber doch berechtigt erscheinen zu versuchen, therapeutisch größere Gaben des Cardiazol zu verwenden, besonders da unsere Versuche zeigen, daß die Folgen einer Überdosierung des Cardiazols noch während des Eintretens der Krämpfe durch Zufuhr von Narkotica wirksam bekämpft werden können.

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Copyright information

© Verlag von F.C.W. Vogel 1936

Authors and Affiliations

  • O. Gros
    • 1
  1. 1.Pharmakologischen Institut der Universität LeipzigLeipzigDeutschland

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