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Archiv für Dermatologie und Syphilis

, Volume 145, Issue 1, pp 270–276 | Cite as

Neuere Eiweißproben in der Rückenmarksflüssigkeit

  • Schoenfeld
Sitzungsberichte Vierte Sitzung. Dienstag, den 22. Mai, 1/2 3 Uhr nachmittags im anatomischen Institut

Zusammenfassung

  1. 1.

    Natriumsulfat in Form einer bei 32° gesättigten Lösung eignet sich in den angewandten Mengenverhältnissen im Gegensatz zum Ammoniumsulfat in gesättigter Lösung (Nonne-Apelt-Schummsche Reaktion) nicht zum Aussalzen von Eiweiß in der Rückenmarksflüssigkeit bzw. als Eiweißprobe für praktische Zwecke, ebensowenig das Kaliumacetat. Dieses kann immerhin bei hochgradigen Veränderungen (Paralyse) einmal eine Eiweißvermehrung anzeigen.

     
  2. 2.

    Eine eiweißfällende Wirkung in der Rückenmarksflüssigkeit kommt dagegen den Phenolen, ein- oder mehrwertigen, als Verwandten der Carbolsäure zu, ebenso der Gerbsäure.

     
Derartige, in ihrer Wirkung von uns untersuchte Phenole sind das zweiwertige Phenol “Resorcin”, das einwertige Phenol “Kresol” und das dreiwertige Phenol “Pyrogallol”.
  1. 3.

    Von diesen eignet sich besonders Resorcin in 12,5 proz. Lösung als Eiweißprobe in der Rückenmarksflüssigkeit für laufende Untersuchungen in der von uns angegebenen Versuchsanordnung.

     
  2. 4.

    Diese Probe steht in ihrer Empfindlichkeit etwa in der Mitte zwischen derPándyschen Carbolsäureprobe und derNonneschen Ammoniumsulfatprobe.

     
  3. 5.

    Das Kresol als 5 proz. Kresollösung fällt nur bei hochgradigen Veränderungen Eiweiß.

     
  4. 6.

    Pyrogallol ist als 20 proz. Lösung ebenfalls verwendbar, hat jedoch vor der Resorcinprobe keine Vorzüge.

     
  5. 7.

    Die Gerbsäure in 0,2 proz. Lösung scheint sich vielleicht gleichfalls zum Nachweis pathologischer Eiweißmengen in der Rückenmarksflüssigkeit zu eignen, jedoch sind ihre Ausschläge für gewöhnlich nicht so in die Augen fallend wie bei der Resorcinlösung. Weitere Untersuchungen mit dieser Lösung erscheinen uns angebracht.

     
  6. 8.

    Es gibt Fälle von Dermatosen, die unter Umständen mit einem vermehrten Zell- oder Eiweißgehalt in der Rückenmarksflüssigkeit oder von beiden einhergehen können.

     

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1924

Authors and Affiliations

  • Schoenfeld
    • 1
  1. 1.Greifswald

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