Archiv für Dermatologie und Syphilis

, Volume 62, Issue 1, pp 3–34 | Cite as

Ueber gewebliche Einschlüsse in Plattenepithelkrebsen, vornehmlich der Haut, nebst Bemerkungen über das Krebsgerüst

  • Karl Zieler
Original-Abhandlungen

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1).
    In der zweiten Auflage der “mikroskopischen Diagnose bösartiger Geschwülste” (Berlin 1902) sagt Hansemann dagegen (S. 161), dass in Geschwülsten die elastischen Fasern ausserordentlich widerstandsfähig seien, und dass es überraschend sei, “wie viel von der Structur der Organe in den Geschwülsten übrig bleibt, selbst wenn diese makroskopisch scharf abgesetzt erscheinen”. Auch habe er einige Male mit Sicherheit neugebildete elastische Fasern in Tumoren gesehen.Google Scholar
  2. 1).
    Vergl. auch F. Katsudara. Zur Kenntniss der regressiven Veränderungen der elastischen Fasern der Haut (Zieglers Beiträge Bd. XXXI. 1902): “Die Zerfallsstückchen elastischer Fasern ... wirken niemals wie Fremdkörper”.Google Scholar
  3. 1).
    Auch W. Petersen (Beiträge zur Lehre vom Carcinom. Beiträge zur klinischen Chirurgie Bd. XXXII. 1902) führt als häufige Beobachtung an, “dass gerade Carcinome mit starken entzündlichen Veränderungen des Bindegewebes besonders stark und üppig wuchern”.Google Scholar
  4. 1).
    So können schliesslich vollständig abgeschlossene Epithelinseln entstehen, was auch Petersen (Beiträge z. klin. Chirurgie Bd. XXXII) für etwas recht Seltenes hält. Man gewinne an vielen Stellen “den Eindruck, als ob vielfach ursprünglich isolirte Inseln beim weiteren Wachsthum des Haupttumors sich wieder mit diesem vereinigt hätten”. Diese Inseln können natürlich nur aus einzelnen Epithelzellen gewissermassen als früheste Metastasen entstanden sein. Eine Absprengung im Ribbertschen Sinne ist dazu nicht nöthig.Google Scholar
  5. 1).
    Einen directen Uebergang in die Fasern des basalen Epithels oder ein Eindringen zwischen die Zellen der untersten Schicht, wie es Schütz (dieses Archiv Bd. XXXVI. 1896) und Secchi (dieses Archiv Bd. XXXIV. 1896) annehmen, habe in der unveränderten Umgebung der Krebse ebensowenig wie andere Autoren feststellen können (Vergl. a. H. Rabl, Histologie der normalen Haut des Menschen im Handbuch der Hautkrankheiten von Mracek, Bd. I. 1901.)Google Scholar
  6. 1).
    Während des Druckes dieser Arbeit hatte ich noch Gelegenheit, einen pilzförmig über die Oberfläche hervorragenden Basalzellenkrebs (Krompecher) von etwa Handtellergrösse zu untersuchen. Der Tumor hatte sich in der Haut über dem oberen äusseren Quadranten der einen Brustdrüse seit 30 Jahren langsam entwickelt und bisher keine Metastasen erzeugt. Hier konnte im Gerüst an vielen Stellen eine reichliche Neubildung feinster elastischer Fasern nachgewiesen werden. Nicht nur übertraf die Zahl dieser feinen Fasern bei weiten die der in der benachbarten normalen Haut vorhandenen, sondern sie fanden sich auch vielfach ohne jede Beimischung von stärkeren an die des Muttergewebes erinnernden Fasern in einzelnen Bezirken und an Stellen, die weit über die Höhe des Nachbargewebes hervorragten.Google Scholar
  7. 1).
    Ich darf vielleicht hierbei erwähnen, dass ich auch an anderer Stelle eine Combination von Verkalkung und Vereisenung beobachtet habe. Von Weber (36) ist nachgewiesen worden, dass es sich bei der sogenannten Verkalkung der Ganglienzellen in der Umgebung alter Erweichungsherde in der Regel um eine Eisenimprägnation handele und dass die echte Verkalkung eine weit seltenere Veränderung sei. Ich unterwarf deshalb Schnitte eines solchen Falles der Berlinerblaureaction. Dabei zeigte sich nun, besonders beim Vergleich mit Fällen echter Eiseninfiltration (die ich der Liebenswürdigkeit des Herrn Oberarztes an der Provinzial-Heil- und Pflegeanstalt zu Göttingen Dr. Weber verdanke) selbst bei vollkommen gleicher Behandlung ein auffallender Unterschied. Anstatt der gleichmässigen kräftigen Blaufärbung des Zelleibes und seiner Ausläufer waren hier nur die Fortsätze schwach gefärbt, während die Randpartien des Zellleibes eben eine Andeutung der Reaction erkennen liessen. Die centralen Theile hatten ein scholliges Aussehen wie Kalkmassen. Dass es sich thatsächlich um eine Verkalkung hierbei handelte, wurde dadurch nachgewiesen, dass die scholligen Bildungen bei Einwirkung 5% Salzsäure verschwanden, worauf dann auch der Leib der betreffenden Ganglienzelle in gleichmässig blassblauer aber weit schwächerer Färbung als an den Vergleichsobjekten erschien. In einer eingehenden Arbeit über den Eisengehalt verkalkter Gewebe unter normalen und pathologischen Bedingungen (Virchows Archiv Bd. CLVII. 1902), die erst während der Drucklegung dieser Arbeit erschienen ist, hat Edgar Gierke nur die Beobachtung einer schwachen Eisenreaction bei ausgedehnter Verkalkung einer Drüsenmetastase (Magencarcinom), in einem auderen Falle deren Fehlen erwähnt. Vielleicht ist diese Eisenreaction auf Reste rother Blutkörperchen ebenso wie in manchen hyalinen Körpern zurückzuführen. Das Fehlen der Reaction bei Arteriosclerose und in verkalkten Lungenherden, das auch Gierke anführt, war mir bei den erwähnten Untersuchungen ebenfalls aufgefallen.Google Scholar
  8. 1).
    Die Beziehungen der Riesenzellen in Hautkrebsen zu Heilungsvorgängen bespricht besonders eingehend W. Petersen in einer eben erschienenen Arbeit (Beiträge zur Lehre vom Carcinom II etc. Beiträge z. klin. Chirurg. Bd. XXXIV. 1902.)Google Scholar
  9. 1).
    Die oben gegebene Abbildung für das Verhalten der elastischen Fasern könnte ebensogut auch für leimgebende Fasern gelten.Google Scholar
  10. 1).
    Dass an Alkoholpräparaten besonders bei nicht mit Sublimat behandelten Schnitten die ganze Intercellularsubstanz gleichmässig rosaroth gefärbt erscheint, während sich die Kerne der guterhaltenen jungen Bindegewebszellen durch ihre blaue Färbung scharf und deutlich davon abheben, gibt für das Tolnidinblau F. Lange (45) an.Google Scholar

Copyright information

© Wilhelm Braumüller 1902

Authors and Affiliations

  • Karl Zieler
    • 1
    • 2
  1. 1.Königl. pathologischen Institut der Universität GöttingenGöttingenDeutschland
  2. 2.Universitätsklinik zu BreslauBreslauPolen

Personalised recommendations