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Archiv für Dermatologie und Syphilis

, Volume 161, Issue 1, pp 6–19 | Cite as

Über Neurodermitis gigantea

Lichénification géante Pautrier-Brocq
  • J. Merenlender
Article

Zusammenfassung

  1. A.

    Es wurden 3 Fälle von N. g. (Lichénification géante) beobachtet, die gemeinsame klinische Zeichen aufwiesen, unter welchen das den anatomischen Veränderungen vorangehende Jucken, Fehlen eines Zusammenhanges mit Prurigo, schlechtes Gebiß (infolgedessen Verdauungsstörungen) und intaktes Nervensystem hervorzuheben wäre. In einem der Fälle, wo das tumorartige auffallend harte Gebilde chirurgisch entfernt wurde trat rasch ein Rezidiv auf. Der zweite Fall war durch solitäre Lokalisation des Herdes an der großen Schamlippe selbst bemerkenswert.

     
  2. B.

    Die in 2 Fällen vorgenommenehistologische Untersuchung ergab, daß die Veränderungen hauptsächlich auf einer chronischen Hautentzündung mit starker Bindegewebswucherung bei gleichzeitigen sekundären Epidermisläsionen beruhen; das hervorspringende im 2. Falle ist die massenhafte Leukocyteneindringung in die Epidermis und Fibromvortäuschung in der Cutis, im 3. Falle das auffallende Bild der Altération cavitaire, stellenweise Plasmomherde und Angiomvortäuschung in der Cutis.

     
  3. C.

    Die Zusammenstellung der 26 (in klusive die unseren) bekanntgegebenen Fälle ergibt folgendes:

     
  1. 1.

    Das Leiden wurde am häufigsten im 60.–70. Lebensjahr beobachtet und vorwiegend bei Männern.

     
  2. 2.

    Der klassische vonPautrier angegebene Sitz der N. g. wurde nur in 17 Fällen festgestellt.

     
  3. 3.

    Der Sitz an anderweitigen Stellen wurde in 9 Fällen beobachtet; daher sind die prädisponierenden (lokalen) anatomischen Bedingungen der Haut, wiePautrier es will, zur Erzwingung des Sitzes der N. g. nicht unbedingt nötig.

     
  4. D.

    Die Ätiologie der N. g. ist mit der normalen Lichenifikation eng verknüpft; der Unterschied liegt nur in der individuellen Disposition zur Bildung der Wucherungen (Tumoren) bei der N. g.

     

Die parasitäre bzw. infektiöse Theorie ist nicht haltbar.

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1930

Authors and Affiliations

  • J. Merenlender
    • 1
  1. 1.Dermatologischen Abteilung des St. Lazarus-Krankenhauses in WarschauWarschau

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