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Langenbecks Archiv für Chirurgie

, Volume 366, Issue 1, pp 331–331 | Cite as

59. Die Prophylaxe der Lungenembolie mit dem Helix-Cavafilter

  • D. Maass
  • L. Egloff
  • F. Largiadér
  • Å. Senning
B. Wissenschaftliches Programm I. Hauptthemen mit Diskussion G. Gefaßchirurgie
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Zusammenfassung

Die hohe Verschlußrate der Vena cava (70%–80%) nach Implantation des „Cavaschirms” (Mobin-Uddin Umbrella), dessen Anwendung nach Pulmonalisembolektomie von der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie 1984 in ihren Mitteilungen (G 18) empfohlen wurde, ferner die zunehmend angezweifelte Wirksamkeit des Greenfield-Filters waren Anlaß, nach verbesserten Methoden der „mechanischen” Lungenembolieprophylaxe zu suchen. Ziel war es, eine adäquate Filtereffizienz mit einer minimalen Nebenwirkungsrate zu verbinden unter besonderer Berücksichtigung einer Vermeidung der Cavathrombose. Letzteres ist nur dann möglich, wenn der Filter per se keine Spontanthrombose verursacht und zusätzlich eine spontane Lyse zurück gehaltener Emboli gestattet. Ein neu entwickelter, spiralförmiger Cavafilter (Helix-Filter), der transvenös von cranial (via V. jugularis) oder caudal (via V. saphena/femoralis) eingesetzt werden kann, scheint geeignet, diese Anforderungen weitgehend zu erfüllen. Bisher wurde der Helixfilter bei 7 Patienten implantiert. Indikationen waren: rezidivierende Lungenembolien trotz adäquater Anticoagulation (3mal) oder bei Kontraindikation für Anticoagulantien (1mal), nach lokaler Fibrinolyse bei schwerer parazentraler Lungenembolie (1mal) und schließlich präoperativ-prophylaktisch bei Risikopatienten (2mal). Operativ-technische Probleme oder durch den Filter verursachte Komplikationen wurden bisher nicht beobachtet (max. 12 Monate). Kein Patient wies bei klinisch-angiologischen oder phlebographischen Kontrollen (5) einen Cavaverschluß auf. Zweimal konnten Emboli im Filter und einmal die spontane Lyse eines Embolus nachgewiesen werden. Bei einem Patienten (prophylaktische Implantation) kam es trotz Filter und Heparinisierung infolge unbekannter anatomischer Besonderheiten zu fatalen Lungenembolien. Bei elektiver Implantation sollte die präoperative, möglichst beidseitige Phlebographie immer angestrebt werden um wichtige anatomische Varianten des Venensystems rechtzeitig zu erkennen. Alle Beobachtungen sprechen dafür, daß die Cavathrombose als Begleiteffekt einer Filterimplantation vermeidbar ist, ohne die Filtereffizienz zu kompromittieren. Neben einem alternativen Schutz vor Lungenembolien bei Kontraindikation oder Versagen üblicher Vorbeugungsmaßnahmen (postoperative Frühmobilisation, Physiotherapie, Ànticoagulantien etc.) kann auch ein additiver, präoperativer Schutz für ausgewählte Hochrisikopatienten in Betracht gezogen werden.

Schlüsselwörter

Lungenembolieprophylaxe Cavafilter 

Copyright information

© Springer-Verlag 1985

Authors and Affiliations

  • D. Maass
    • 1
  • L. Egloff
    • 1
  • F. Largiadér
    • 1
  • Å. Senning
    • 1
  1. 1.Chirurgisch Klinik AUniversitätsspitalZürich

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