Archiv für Psychiatrie und Nervenkrankheiten

, Volume 108, Issue 5, pp 680–693 | Cite as

Über das Verhalten des Blut- und Liquorzuckers bei der Insulinshockbehandlung der Schizophrenie

  • Viktor Schretzenmayr
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Zusammenfassung

  1. 1.

    In drei schon länger Insulin-behandelten Fällen wurden bei der Bestimmung des Nüchtern-Blut- und Liquorzuckers hohe, zum Teil besonders vom Liquor die Norm übersteigende Werte ermittelt, wobei dann eine Verschiebung im Zuckerquotienten zugunsten des Liquorzuckers eintrat. Bei denselben drei Fällen konnte weiter die Insulinwirkung unmittelbar im Anschluß an die Injektion verfolgt werden; es zeigte sich auch im Liquor bereits nach einer halben Stunde eine geringe, aber deutliche Abnahme des Zuckergehaltes.

     
  2. 2.

    Die Angaben vonZeghauser undErb über die Bewegungen des Blut- und Liquorzuckers bei der Entwicklung der hypoglykämischen Erscheinungen bis zum Koma können wir bestätigen: Rascher Abfall des Blutzuckers nach Insulininjektion, erneuter Aufstieg bereits zur Zeit des Komas in etwa der Hälfte der Fälle. Beim Liquorzucker zur Zeit der ersten klinischen Erscheinungen noch normale Werte (s. aber auch 1), tiefster Wert dagegen im Koma: Parallelität zum klinischen Bild. Das nicht einheitliche Verhalten des Blutzuckers im Koma wird mit der sog. „spontanen Ausregulierung” zu erklären versucht.

     
  3. 3.

    Beim Erwachen spielen sich die Vorgänge folgendermaßen ab: Rasches Hochschnellen und weiterer Anstieg des Blutzuckers, Nachschleppen der entsprechenden Liquorzuckerbewegung nach anfänglichem Tiefstand um etwa eine Stunde. Es fehlt also beim Erwachen, das ja ungleich schneller erfolgt, der Parallelismus zwischen klinischem Bild und Liquorzucker.

     

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1938

Authors and Affiliations

  • Viktor Schretzenmayr
    • 1
  1. 1.Psychiatrischen und Nervenklinik der Universität RostockDeutschland

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