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Archiv für Dermatologie und Syphilis

, Volume 159, Issue 3, pp 598–604 | Cite as

Zur Pathologie der Psoriasis vulgaris

  • Julius K. Mayr
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Zusammenfassung

Ein näheres Eingehen auf unsere heutigen Kenntnisse und Anschauungen über das Wesen der Schuppenflechte dürfte sich erübrigen, nachdem erst in diesem JahreH. Parl in seinem zusammenfassenden Überblick über die Theorien zur Psoriasisätiologie die einschlägigen Ergebnisse einer kritischen Beleuchtung unterzogen hat. Wir wissen ja leider zur genüge, daß das letzte Wort zur Ätiologie und Pathogenese dieser Erkrankung noch längst nicht gesprochen ist. Es ist nicht möglich, die mannigfachen empirischen Tatsachen auf eine gemeinsame Basis zu bringen. Sogar die Frage, ob es sich bei der Psoriasis um eine peripher gelegene Erkrankung handelt, etwa im SinneSambergers, der von einer parakeratotischen Diathese spricht, oder vonKerkhoffs, der die Störungen im Pigmentstoffwechsel sieht, oder ob die Ursache außerhalb der Haut, die nur in Mitleidenschaft gezogen wird, in einer allgemeinen Stoffwechselanomalie zu suchen ist, ist noch nicht exakt in der einen oder anderen Richtung entschieden.

Einzelergebnisse, wenn sie auch aus einem an sich engen Untersuchungsbezirk heraus entstanden sind, werden stets Interesse beanspruchen dürfen. Je mehr sie bekannte Tatsachen in ihrer Bewertung unterstützen können, desto wertvoller überhaupt werden sie sein.

Unsere Beobachtungen gingen von Untersuchungen über denpH-Wert des Speichels aus, die wir zunächst ganz allgemein bei Dermatosen und dem übrigen Material, wie es eine Dermatologische Klinik darbietet, anstellten.

Es war so möglich, an einer sehr großen Anzahl von Fällen Reihenuntersuchungen für die Vergleichswerte zu machen, an denen sich der KandidatAppel beteiligte; es wurden etwa 3000 Einzelbestimmungen mittels der Tüpfelmethode vonTödt vorgenommen.

Über Speicheluntersuchungen überhaupt liegt eine unverhältnismäßig kleine Literatur vor, wenn wir von den rein fermentativen Untersuchungen absehen wollen. In unserem Zusammenhange interessiert es vor allem, daß sich im Speichel Nierenkranker Harnstoff, der auch als normaler Bestandteil von einigen Autoren angenommen wird, in größerer Menge findet. Wir würden hier gewisse Analoga zu der Harnstoffausscheidung durch den Schweiß bei darniederliegender Nierenfunktion zu erblicken haben. Ferner erscheint hier von Interesse, daß der Nachweis verschiedenster Medikamente, die aus therapeutischen Gründen per os oder auf anderem Wege dem Organismus einverleibt werden, im Speichel gelingt. Sind es auch nur verhältnismäßig geringe Mengen der betreffenden Körper, die prozentualiter bei der ganzen Ausscheidung kaum in Betracht kommen, so ist die Tatsache des Befundes doch wichtig, in unserer Kenntnis über die Bedeutung des Speichels im Körperhaushalt. Ferner schien es aus den Untersuchungen, die kurz nach dem Kriege vorgenommen wurde, möglich zu sein, daß der Gehalt des Speichels an Rhodankalium, der bekanntlich zwischen 0,01 und 0,2‰ schwankt, in Zusammenhang mit dem allgemeinen Körperzustand stünde. So konnte damals u. a. auch an unserer KlinikHolst an einem großen Material—die Einfachheit der Versuchen durch Einverleibung von großen Gaben von Mononatriumphosphat mit seinempH-Wert von 4,3 oder von Phosphorsäurelimonade weder ein therapeutischer Erfolg beschieden war, noch daß es dadurch gelang, die Alkalose des Speichels nach der sauren Seite zu verschieben.

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© Verlag von Julius Springer 1930

Authors and Affiliations

  • Julius K. Mayr
    • 1
  1. 1.Dermatologischen Klinik und Poliklinik der Universität MünchenMünchenDeutschland

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