Archiv für Psychiatrie und Nervenkrankheiten

, Volume 108, Issue 3, pp 346–362 | Cite as

Leberschädigung durch Impfmalaria

  • Josef Jung
  • Alois Krátký
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Zusammenfassung

Traubenzuckerinjektionen konnten die Zahl der Impfmalariatodesfälle herabsetzen.

Von 281 Patienten, die zum ersten Male malarisiert wurden, starben oder wurden sterbend entlassen während der Kur oder bald nach ihrer Beendigung insgesamt 38.

Nach beendigter Malariakur kam bei 148 Fällen ein halluzinatorischer Zustand zur Beobachtung, der auf die Möglichkeit von Leberschädigung schließen läßt. Dieser Zustand läßt sich durch Wiederholung der Malariakur nicht wesentlich beeinflussen.

Die große Zahl der während oder nach der Malariakur Verstorbenen läßt einen kausalen Zusammenhang zwischen ihr und dem Tode vermuten. Die Obduktionen ergaben demnach auch bei 31 Frühtodesfällen stets mehr oder weniger schwere Leberschädigungen, die mindestens 7mal die Todesursache bildeten.

Im Vordergrunde stehen dabei Nekrosen und Granulome der Leber, die auf primäre Gefäßschädigungen zurückgeführt werden. Einmal war auch eine akute gelbe Leberatrophie die Todesursache.

Bei den Spättodesfällen sind periportale Zellinfiltration, zentrale Verfettung, Lichtungsbezirke, interstitielle Hepatitis und schließlich je einmal subakute gelbe Leberatrophie und zahlreiche, kleine Granulome der Ausdruck des Leberschadens.

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1938

Authors and Affiliations

  • Josef Jung
    • 1
    • 2
  • Alois Krátký
    • 1
    • 2
  1. 1.LandeskrankenhausesTroppau
  2. 2.LandesnervenheilangtaltTroppau

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