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Hemiballismus bei doppelseitiger Schädigung des Corpus Luysii

Zusammenfassung

Wenn wir das Ergebnis noch einmal zusammenfassen, so kommen wir zu folgenden wesentlichen Punkten: Klinisch bestand eine linksseitige hemiballistische choreatische Bewegungsstörung; bei der Sektion fand sich dagegen ein homolateraler linksseitiger grö\erer Herd im Pallidum und im Corpus Luysii. Die histologische Untersuchung deckte aber die schwere Veränderung auch des rechten Corpus Luysii auf, das hochgradig gliös infiltriert war und dessen Ganglienzellen schwer verändert waren.

Eigentlich wäre angesichts der Schädigung beider Corpora Luysii ein „Paraballismus“, also eine doppelseitige Bewegungsstörung, zu erwarten gewesen. Wir nehmen aber an, da\ ein rechtsseitiger Hemiballismus deshalb unterblieb, weil neben dem linken Corpus Luysii auch das linke Pallidum zerstört war. Als besonders wichtiges Moment mu\ die schwere Schädigung der Nervenzellen des rechten Corpus Luysii hervorgehoben werden, die wir allein für die bei unserem Falle beobachtete linksseitige hemiballistische Bewegungsstörung verantwortlich machen müssen. Nur durch die histologische Untersuchung des Falles war die letzte Klärung möglich, denn der makroskopische Befund allein hätte irregeführt.

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Bodechtel, G., Hickl, W. Hemiballismus bei doppelseitiger Schädigung des Corpus Luysii. Archiv f. Psychiatrie 102, 654–669 (1934). https://doi.org/10.1007/BF01813832

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