Advertisement

Der Züchter

, Volume 14, Issue 1, pp 1–19 | Cite as

Beiträge zur Züchtung frostwiderstandsfähiger Obstsorten

  • Martin Schmidt
Article
  • 31 Downloads

Zusammenfassung

Der strenge Winter 1939/40 bot die Möglichkeit, ein großes Material von älteren, zum Teil im Ertragsalter stehenden Kern- und Steinobstsämlingen auf sein Verhalten gegenüber der Frosteinwirkung im Vergleich mit dem Grad der Frostempfindlichkeit der Elternformen zu prüfen. Untersucht wurden beim Apfel Nachkommen von Kultursorten (frei abg. und Kreuzungen zwischen Sorten), von Malus-Arten und Bastardformen (frei abg. und Kreuzungen zwischen Malus-Arten), Nachkommen aus Kreuzungen zwischen Kultursorten und Malus-Arten, aus Kreuzungen der Sorten-Spezies-Bastarde mit Kultursorten, bei der Birne Nachkommen von Kultursorten (frei abg. und Kreuzungen zwischen Sorten) und von Pirus-Arten (frei abg.), von Kirschen Nachkommen aus Kreuzungen zwischen Süßkirschensorten, aus Kreuzungen zwischen Sauerkirschensorten bzw. Amarellen und aus Kreuzungen zwischen Süß-und Sauerkirschen, von Pflaumen Sämlinge von Kultursorten (frei abg. und Kreuzungen zwischen Sorten).

Das umfangreichste und aufschlußreichste Material stellten die Apfelsämlinge dar. Das Verhalten der Nachkommenschaften führte zu der Feststellung, daß 1. der für die Ausgangsformen festgestellte Grad der Frostempfindlichkeit eine genotypisch bedingte Eigenschaft ist und 2. daß viele Apfelsorten die für sie typische Reaktion gegen Frost in starkem Maße auf ihre Nachkommen übertragen. Die züchterische Bedeutung dieser Feststellungen liegt darin, daß 1. ein gutes Bild über den Zuchtwert bestimmter Sorten hinsichtlich der Frostresistenz gewonnen wurde und 2. die Ergebnisse der Beobachtungen dazu ermutigen, beim Apfel in der Züchtung auf Frostresistenz auf den schwierigen Weg über die Artbastardierung ganz zu verzichten.

Die Annahme einer genotypischen Bedingtheit der sorteneigentümlichen Reaktion gegen-über Frosteinwirkungen wird auch auf die anderen Fruchtgattungen übertragen. Bei der Birne sind die Aussichten für die Auslese frostresistenter Formen aus Nachkommenschaften von Kultursorten bei weitem ungünstiger als beim Apfel. Unter den Kirschen- und Pflaumensämlingen wurden Formen ausgelesen, die genügende Frostresistenz mit ansprechender Fruchtqualität in sich vereinigen.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1.
    Crane, M. B., andW. J. C. Lawrence: J. Genet.28, 265–296 (1934).Google Scholar
  2. 2.
    Crane, M. B., andW. J. C. Lawrence: The genetics of garden plants. London. Mac Millan (1934).Google Scholar
  3. 3.
    Macoun, W. T.: J. Hered.6, 398–403 (1915).Google Scholar
  4. 4.
    Mitschurin, J. W.: Ergebnisse sechzigjähriger Arbeit. 1. Aufl. Moskau 1934. Russisch.Google Scholar
  5. 5.
    Müller, G.: Z. Züchtg A23, 91 144 (1939).Google Scholar
  6. 6.
    Rudloff, C. F., u.M. Schmidt: Gartenbauwiss.12, 145–169 (1938).Google Scholar
  7. 7.
    Rudorf, W.: Forsch. dienst9, 266–276 (1940).Google Scholar
  8. 8.
    Rudorf. W., M. Schmidt u.R. Rombach: Ergebnisse einer Erhebung über die im Winter 1939/40 an Obstgehölzen im Großdeutschen Reich aufgetretenen Frostschäden. Im Druck.Google Scholar
  9. 9.
    Schmidt, M.: Kern- und Steinobst. Handb. d. Pflanzenzüchtg.5, 1–77 (1939).Google Scholar
  10. 10.
    Schmidt, M.: Dtsch. landw. Presse67, 379–381 (1940).Google Scholar
  11. 11.
    Schmidt, M.: Züchter12, 281–289 (1940).Google Scholar
  12. 12.
    Schwechten, A.: Gartenbauwiss.9. 575–616 (1935).Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag 1942

Authors and Affiliations

  • Martin Schmidt
    • 1
  1. 1.Kaiser Wilhelm-Institut für ZüchtungsforschungErwin Baur-InstitutMüncheberg/Mark

Personalised recommendations