Beitrag zur Analyse von Caramelprodukten aus Rohrzucker

  • Heinrich Leopold
  • Edith Wagner
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Zusammenfassung

Die Grundlage für vorliegende Untersuchungen bildete ein aus der Industrie stammendes, aus Rohrzucker hergestelltes Caramelzuckerpräparat für Diabetiker. Zuerst wird über Erfahrungen berichtet, die über die Verwendung solcher Produkte in der Diabetestherapie vorliegen. Anschließend folgt eine Übersicht über die bisher bekannten, an Caramelprodukten aus Rohrzucker gewonnenen Forschungsergebnisse, die vielfach nicht miteinander in Einklang zu bringen sind. Es ist noch nicht möglich, über den Verlauf der Caramelisierung und die dabei gebildeten Substanzen eine klare Vorstellung zu gewinnen. Hierauf werden Versuche zur Herstellung von Caramelzuckerpräparaten, die dem Originalprodukt möglichst ähnlich sind, beschrieben. Eine an diesem und an selbst hergestellten Präparaten durchgeführte orientierende Analyse zeigt, daß sich mit Hilfe der üblichen Bestimmungsmethoden kein brauchbares Ergebnis erzielen läßt. Noch deutlicher erhellt das Verwickeltsein der Verhältnisse aus Untersuchungen über die Abhängigkeit der Analysenergebnisse von der Art der Bestimmungsmethode. Aus Versuchen über die gegenseitige Beeinflussung der einzelnen Bestandteile bei der reduktometrischen Bestimmung ließen sich keine Regelmäßigkeiten ablesen. Es folgt dann eine Beschreibung der analytischen Bestimmungsmethoden und Reaktionen, die an einigen als Bestandteile von Caramelzuckern erkannten Stoffen und Caramelpräparaten zur Anwendung gelangten. Die an ersteren gemachten Feststellungen ermöglichten eine weitgehende Deutung der an einem Caramelzucker und dessen unvergärbarem Anteil gewonnenen Analysenergebnisse. Es gelang, den Trockensubstanzgehalt des Präparates bis auf einige Prozente in mehr oder minder bekannte Substanzen aufzuteilen. Die Analyse eines zweiten Caramelproduktes zeigt, daß relativ kleine Änderungen der Herstellungsbedingungen deutliche prozentuelle Verschiebungen der einzelnen Anteile zur Folge haben. Die in Rede stehenden Caramelzucker gehören zu den schwach caramelisierten Produkten, die vollkommen wasserlöslich sind und keine kolloiden Bestandteile enthalten.

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    Die zum Neutralisieren der Salzsäure nötige Kalkhydratmenge wurde besonders zugegeben. Wenn die Proben bei Durchführung der Molisch-Reaktion unter Kühlung mit Schwefelsäure unterschichtet wurden, so entwickelten sich Chlorwasserstoff und Schwefeldioxyd. Dies beeinflußt aber den Ausfall der Molisch-Reaktion nicht, wie Versuche mit Saccharose lehrten. Zur Ausführung der letzteren wurde die Saccharoselösung mit der zur Hydrolyse verwendeten Salzsäuremenge sowie der zum Neutralisieren nötigen Menge Kalkhydrat versetzt und hierauf die Molisch-Reaktion durchgeführt.Google Scholar
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    A. o. O. Die zum Neutralisieren der Salzsäure nötige Kalkhydratmenge wurde besonders zugegeben. Wenn die Proben bei Durchführung der Molisch-Reaktion unter Kühlung mit Schwefelsäure unterschichtet wurden, so entwickelten sich Chlorwasserstoff und Schwefeldioxyd. Dies beeinflußt aber den Ausfall der Molisch-Reaktion nicht, wie Versuche mit Saccharose lehrten. Zur Ausführung der letzteren wurde die Saccharoselösung mit der zur Hydrolyse verwendeten Salzsäuremenge sowie der zum Neutralisieren nötigen Menge Kalkhydrat versetzt und hierauf die Molisch-Reaktion durchgeführt.Google Scholar
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    A. a. O. Die zum Neutralisieren der Salzsäure nötige Kalkhydratmenge wurde besonders zugegeben. Wenn die Proben bei Durchführung der Molisch-Reaktion unter Kühlung mit Schwefelsäure unterschichtet wurden, so entwickelten sich Chlorwasserstoff und Schwefeldioxyd. Dies beeinflußt aber den Ausfall der Molisch-Reaktion nicht, wie Versuche mit Saccharose lehrten. Zur Ausführung der letzteren wurde die Saccharoselösung mit der zur Hydrolyse verwendeten Salzsäuremenge sowie der zum Neutralisieren nötigen Menge Kalkhydrat versetzt und hierauf die Molisch-Reaktion durchgeführt.Google Scholar
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    Kruisheer bezeichnet, wahrscheinlich in Analogie zum Lävulosin, als Glykosin die Diferenz der nach Istündiger und nach 10 minutiger Hydrolyse gefundenen Glucosewerte; nun enthält aber dieses, ebenso wie das Lävulosin, auch leicht spaltbare Anteile, weshalb hier als Glykosin der durch Istündige Hydrolyse bewirkte Glucosezuwachs bezeichnet wird. Außerdem wird das Glucosan dazu gerechnet, das sich, worauf auch Kruisheer hinweist, hinsichtlich der Hydrolysierbarkeit von Glykosin nich so stark unterscheidet.Google Scholar
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    A. a. O. Kruisheer bezeichnet, wahrscheinlich in Analogie zum Lävulosin, als Glykosin die Differenz der nach Istündiger und nach 10 minutiger Hydrolyse gefundenen Glucosewerte; nun enthält aber dieses, ebenso wie das Lävulosin, auch leicht spaltbare Anteile, weshalb hier als Glykosin der durch Istündige Hydrolyse bewirkte Glucosezuwachs bezeichnet wird. Außerdem wird das Glucosan dazu gerechnet, das sich, worauf auch Kruisheer hinweist, hinsichtlich der Hydrolysierbarkeit von Glykosin nicht so stark unterscheidet.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag 1942

Authors and Affiliations

  • Heinrich Leopold
    • 1
  • Edith Wagner
    • 1
  1. 1.Institut für Biochemie und landwirtschaftliche Technologie an der Deutschen Technischen Hochschule in BrünnBrünnÖsterreich

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