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Klinische Wochenschrift

, Volume 13, Issue 34, pp 1208–1214 | Cite as

Zur Beurteilung von Herz und Kreislauf bei Steinstaublungenkranken

  • G. Schlomka
  • L. Schulze
Originalien

Zusammenfassung

  1. 1.

    ImEkg. läßt sich mit Hilfe eines vonSchlomka angegebenen Index bei Steinstaubkranken die durch die Lungenveränderungen bedingte Mehrbeanspruchung und funktionelle Umstellung des rechten Herzens im allgemeinen schon verhältnismäßig früh, jedenfallsfrühzeitiger als mit sonstigen klinischen Methoden, nachweisen. Dabei gehen die in dem Index zahlenmäßig gefaßten Formbesonderheiten der Herzstromkurve in der Richtung des „Rechtsüberwiegens“ bzw. des„Rechtstyps“ im ganzen der Schwere der röntgen-anatomischen Lungenbefunde parallel. Derpositive Nachweis stärkerer elektrokardiographischer Zeichen eines Rechtstyps gibt damit unter gewissen, im einzelnen dargelegten Voraussetzungen Handhaben für die Begutachtung derfunktionellen Wertigkeit des klinisch-röntgeno-logischen Lungenstatus beim Silikosekranken.

     
  2. 2.

    Weitere Hinweise auf die Beeinträchtigung der Herztätigkeit durch die Lungenveränderungen gibt dieFunktionsprüfung in Form desBelastungs-Ekg. nachSchlomka. Besonders die Veränderungen der T-Zacke unter dem Einfluß körperlicher Anstrengung sind auch beim Silikotiker geeignet, in Ergänzung der üblichen Kreislauffunktionsprüfungen zur Beurteilung des Einzelfalles weitere Handhaben zu geben.

     
  3. 3.

    Die in bezug auf das Verhalten der Indexwerte als Maß der funktionellen Beanspruchung des rechten Herzens und die am Belastungs-Ekg. erhobenen Befunde stützen die Auffassung, den rechtlich nicht genügend umrissenen Begriff der „schweren“ Silikose (mitReichmann) mit einer durch dieselbe bedingten Erwerbsminderung ummindestens 50 % abzugrenzen.

     
  4. 4.

    In den gutachtlich so besonders schwierigen sog. „Grenzfällen“ spricht deshalb derpositive Befund einesstärkeren, nicht anderweitig bedingten rechtstypischen Ekg. zugunsten einer „schweren“ Silikose im Sinne des Gesetzes.

     
  5. 5.

    Auch bei derDifferentialdiagnose der Kombinationsfälle von Silikose und Tuberkulose wird gelegentlich derpositive Nachweiserheblicherer rechtstypischer Indexwerte (unter gewissen Voraussetzungen) für mindestensüberwiegend silikotische Veränderungen sprechen, also evtl. im Sinne einer entschädigungspflichtigenSiliko-Tuberkulose gegenüber einer nicht entschädigungspflichtigenTuberkulo-Silikose.

     

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Copyright information

© Julius Springer und J. F. Bergmann 1934

Authors and Affiliations

  • G. Schlomka
    • 1
  • L. Schulze
    • 1
  1. 1.Medizinischen Universitäts-Poliklinik BonnDeutschland

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