Advertisement

Klinische Wochenschrift

, Volume 15, Issue 3, pp 79–85 | Cite as

Über Immunisierung Gegen Diphtherie in Warschau

  • L. Hirszfeld
  • M. Łącki
  • E. Grodzki
  • E. Grzegorzewski
  • J. Jakubkiewicz
  • W. Mazurek
  • M. Szeynman
Originalien

Zusammenfassung

Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß bei Krankheiten, gegen welche sich gleichsam spontan im Alter eine Immunität ausbildet und bei welchen die betreffenden Erreger eine Durchseuchung bewirken, Unterschiede in der Immunisierbarkeit vorhanden sein müssen, die vom Alter und Durchseuchungsgrad abhängig sind. Da die Durchseuchung in verschiedenen epidemischen Perioden verschieden, geringer auf dem Lande als in der Stadt und abhängig von der Kontaktmöglichkeit und anderen Faktoren ist, so kann auch der Erfolg der Immunisierung bei quantitativer Betrachtung von Fall zu Fall und von Ort zu Ort verschieden sein.

Da die Diphtherieepidemien in Form von Wellen verlaufen, so kann man nach dem bloßen Verschwinden einer Epidemie nach der Impfung noch nicht ohne weiteres auf den Erfolg der Impfung schließen.

Bei der statistischen Bearbeitung des Impferfolges soll der verschiedenen Expositionszeit bei den Geimpften und Ungeimpften Rechnung getragen werden. Man muß auch die Anzahl der geimpften Kinder von der Anzahl der Kinder zwischen o und 15 Jahren, die sich im Zustande der erworbenen Immunität befinden, unterscheiden. Es wurde auf verschiedene Fehler bei der Berechnung der Morbidität bei Geimpften und Ungeimpften aufmerksam gemacht.

In den Jahren 1931–1934 wurden in Warschau 94920 Kinder geimpft. Im Jahre 1934 waren 86602 der Kinder zwischen 0 und 15 Jahren=31,2% der kindlichen Bevölkerung im Zustande der gegen Diphtherie erworbenen Immunität. Verwendet wurde lediglich das Anatoxin vonRamon, und zwar durchschnittlich 60–90 Flockungseinheiten.Es wurde eine 4 fache Abnahme der Morbidität und eine 8–10 fache Abnahme der Mortalität bei Geimpften festgestellt. Die Diphtherieimpfung wurde daher auf breiter Basis empfohlen.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1.
    L. Hirszfeld, Konstitutionsserologie. Berlin: Julius Springer 1928.Google Scholar
  2. 2.
    L. Hirszfeld, Med. Dośw.19, H. 5–6, (1935)Google Scholar
  3. 3.
    H. u.L. Hirszfeld, Z. Kinderheilk.54, 261 (1933).Google Scholar
  4. 4.
    H. u.L. Hirszfeld, Konstitution und Immunbiologie, Zbl. Hyg.35, 1 (1935).Google Scholar

Copyright information

© Julius Springer und J. F. Bergmann 1936

Authors and Affiliations

  • L. Hirszfeld
    • 1
    • 2
  • M. Łącki
    • 1
    • 2
  • E. Grodzki
    • 1
    • 2
  • E. Grzegorzewski
    • 1
    • 2
  • J. Jakubkiewicz
    • 1
    • 2
  • W. Mazurek
    • 1
    • 2
  • M. Szeynman
    • 1
    • 2
  1. 1.Warschauer Gesellschaft für Prophylaktische MedizinPoland
  2. 2.Staatlichen Hygienischen Institut in WarschauPoland

Personalised recommendations