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Klinische Wochenschrift

, Volume 13, Issue 27, pp 976–978 | Cite as

Über das Verhalten des Cholesterinstoffwechsels bei Verschiedenen Erkrankungen des Gefässsystems

  • Günter Klrchgessner
Originalien

Zusammenfassung

  1. 1.

    Auf Grund vergleichender Cholesterinbestimmungen zwischen der colorimetrischen und gravimetrischen Untersuchungsmethode stellen wir fest, daß das gravimetrische Verfahren bei exakter Durchführung genaue Werte liefert. Die colorimetrische Methode ist dagegen auch für klinische Zwecke wegen ihrer großen Fehlerbreite abzulehnen.

     
  2. 2.

    Bei verschiedenen Formen der Hypertonie finden wir keine eindeutig erhohten Cholesterinwerte, so daß ein ursächlicher Zusammenhang der Hypercholesterinämie mit der Hypertonie nicht wahrscheinlich erscheint.

     
  3. 3.

    Mit wenigen Ausnahmen finden wir bei Kranken mit Hypertonie eine Stöning des Gleichgewichtes zwischen dem freien Cholesterin und dem Cholesterinester; das freie Cholesterin zeigt fast immer eine Erhöhung.

     
  4. 4.

    Nach Einverleibung von rund 85 g Cholesterin (Merck) innerhalb 2 Monaten sehen wir bei Kaninchen eine der menschlichen Atheromatose ahnliche Gefäßwandveränderung, hauptsächlich der Aorta. Die Blutcholesterinvermehrung erreicht dabei das 23 fache des normalen Gesamtcholesteringehaltes des Kaninchenserums. Übereinstimmend mit dem Befunde beim Menschen finden wir eine Erhöhung des freien Cholesterinanteils. Wir. glauben, daß das lange Verweilen des künstlich zugeführten Cholesterins im Kaninchenserum auf einer Verzögerung der Cholesterinausscheidung beruht, die von der des Menschen wesentlich verschieden ist.

     
  5. 5.

    Auf Grund unserer klinischen und tierexperimentellen Feststellungen kommen wir zur Ablehnung der Angaben, daß in einem hohen Prozentsatz von Hypertonie der Blutcholesteringehalt erhöht sei, und daß das im Blut vermehrte Cholesterin die Ursache der Hypertonie darstelle.

     

Wir schließen uns der Ansicht an, die wohl eine gelegentliche zeitliche Koinzidenz von Hypercholesterinämie und Hypertonie zugibt, aber eine ursächliche Bedeutung der Hypercholesterinämie für die Entstehung des Hochdruckes beim Menschen ablehnt.

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Copyright information

© Julius Springer und J. F. Bergmann 1934

Authors and Affiliations

  • Günter Klrchgessner
    • 1
  1. 1.Medizinischen Universitätsklinik HeidelbergDeutschland

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