Selektive Reizung der herzhemmenden und herzfördernden Komponente im Vagosympathicus des Frosches

  • Oscar A. M. Wyss
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Zusammenfassung

Bei Reizung des Vagosympathicusstammes vom Frosch mit der früher beschriebenen Methode der zeitlich selektiven Reizung mittels verzögerter Kondensatorentladungen gelingt es: 1. durch geeignete Wahl von Intensität und Zeitablauf der einzelnen Reizimpulse die herzhemmenden Vagusfasern und die Acceleransfasern auf Grund ihrer verschiedenen Zeiterregbarkeit selektiv in Erregung zu versetzen; 2. durch geeignete Wahl von Reizfrequenz und Reizzahl das selektive Ansprechen der beiden antagonistischen Erfolgsmechanismen auf Grund ihres verschiedenen Summationsvermögens noch zu erleichtern.

Bei konstanter Reizfrequenz und Reizzahl werden mit gewöhnlichen Kondensatorentladungen die Chronaxiewerte der beiden Fasersorten gemessen und für verzögerte Kondensatorentladungen verschiedenster Zeitkonstanten (Anstiegszeiten von 0,8 bis 320 Millisekunden) die den beiden Fasersorten entsprechenden Reizschwellen bestimmt (Zeitkonstante-Spannungskurven). Diese Reizschwellen liegen für die herzhemmenden Vagusfasern (Chronaxie von etwa 5σ) bei raschen Reizimpulsen tiefer, bei langsamen Reizimpulsen höher als für die Acceleransfasern (Chronaxie von 8–10σ). Daraus geht hervor, daß für die herzhemmenden Vagusfasern ein relativ rascher Stromstoß, für die Acceleransfasern ein relativ langsamer Stromstoß der adäquatere Reiz ist. — Variation von Reizfrequenz und Reizzahl bei in bezug auf Stärke und Zeitablauf konstantem Reizimpuls ergibt, daß der Acceleranseffekt ein größeres Summationsvermögen besitzt als der vagale Hemmungseffekt. Geringe Reizfrequenz und größere Reizzahl löst eher einen reinen Acceleranseffekt, größere Reizfrequenz und geringe Reizzahl eher einen reinen Hemmungseffekt aus.

Die optimalen Bedingungen für eine selektive Reizung der beiden Wirkungskomponenten des Vagosympathicus lassen sich dahin zusammenfassen, daß mit wenigen in kurzen Intervallen sich folgenden rasch ablaufenden Reizimpulsen ein reiner Hemmungseffekt, mit zahlreicheren in längeren Intervallen sich folgenden, langsam ablaufenden Reizimpulsen ein reiner Acceleranseffekt erhalten wird.

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© Verlag von Julius Springer 1934

Authors and Affiliations

  • Oscar A. M. Wyss
    • 1
  1. 1.Physiologischen Institut der Universität ZürichSchweiz

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