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Archiv für Gynäkologie

, Volume 154, Issue 1, pp 98–107 | Cite as

Über Erythrocytenzerfall im Nabelschnurblut

  • H. Schwalm
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Zusammenfassung

Ausgehend von der Frage nach der Entstehung der physiologischen Hyperbilirubinämie des Feten wurde das Nabelschnurblut von 103 Neugeborenen vor Einsetzen der Lungenatmung mit der einfachen, klinisch gebräuchlichen Methodik der Resistenzbestimmung der Erythrocyten gegen hypotonische Kochsalzlösungen untersucht. Es sollte festgestellt werden, ob den roten Blutkörperchen des Nabelschnurblutes bereits zu dieser Zeit eine Neigung zu besonders leichtem Zerfall eigen ist. Dabei ergibt sich:
  1. 1.

    Die Resistenz der Erythrocyten des Nabelschnurblutes ist teils höher, teils niedriger, teils gleich der des Erwachsenenblutes. Charakteristisch für das Nabelschnurblut ist a) die große Schwankungsbreite der minimalen (0,40–0,68%) und auch der maximalen (0,34 bis unter 0,24%) Resistenz; b) die gegenüber dem Erwachsenenblut vergrößerte Differenz zwischen minimaler und maximaler Resistenz (0,17% gegenüber 0,21%), die vermehrte Resistenzbreite.

     
  2. 2.

    Die später an Icterus neonatorum erkrankten Kinder hatten die gleichen Resistenzwerte im Nabelschnurblut wie die nicht ikterischen. Es läßt sich aus der Resistenzlage des Nabelschnurblutes keine Voraussage hinsichtlich eines später auftretenden Icterus neonatorum machen.

     
  3. 3.

    Zu früh geborene Feten des 5.–9. Monats zeigten dieselbe Resistenz wie reife Neugeborene.

     
  4. 4.

    Die Geburtsdauer ist ohne Einfluß auf die Resistenz der Erythrocyten.

     

Wurde als Voraussetzung für die Anerkennung des hämatogenen Faktors bei der Entstehung der fetalen Hyperbilirubinämie der Nachweis eines erhöhten Blutzerfalls beim Feten vor Einsetzen der Lungenatmung gefordert, so scheint dieser gelungen. In den vorliegenden Untersuchungen wird gezeigt, daß einem Teil der fetalen Erythrocyten eine Neigung zu leichtem Zerfall innewohnt, und daß sich in fast allen Fällen die Muttersubstanz des Bilirubins, das Hämoglobin, gelöst und spektroskopisch unschwer nachweisbar im Serum des Nabelschnurblutes vorfindet.

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1933

Authors and Affiliations

  • H. Schwalm
    • 1
  1. 1.Universitätsfrauenklinik der Charité BerlinBerlinDeutschland

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