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Klinische Wochenschrift

, Volume 13, Issue 12, pp 439–443 | Cite as

Blutzuckeruntersuchungen Bei Leichtathletischen Sportarten

  • Friedrich Meythaler
  • Alfred Droste
Originalien

Zusammenfassung

Aus diesen Untersuchungen über den Kohlehydratstoffwechsel trainierter und untrainierter Studenten vor, während und nach den verschiedenen Formen leichtathletischer Sportarten geht hervor:
  1. 1.

    Eine einmalige, nur wenige Sekunden anhaltende maximale Leistung erhöht den Blutzucker nur gering. Ein deutlicher Unterschied zwischen gutem und schlechtem Training ist aus der Blutzuckerkurvenicht ersichtlich.

     
  2. 2.

    Mehrmals in kurzen Zeitabständen aufeinanderfolgende maximale Leistungen erhöhen den Blutzucker beim Untrainierten in weit stärkerem Maße als beim Trainierten.

     
  3. 3.

    Der Blutzuckeranstieg bei sog. Mittelstrecken (400, 800 m) ist unter allen Sportarten am stärksten ausgeprägt. Aus der Reaktion des Kohlehydratstoffwechsels nach dieser Arbeitsleistung muß geschlossen werden, daß sie die größte Anforderung an den Organismus in gleicher Weise beim Trainierten wie beim Untrainierten stellt. Ein Unterschied in der Blutzuckerregulation zwischen Geübten und Ungeübten liegt in der Erholungsphase. Der Trainierte weist einen rascheren Blutzuckerabfall zur Norm auf als der Untrainierte, bei dem die Glykämie sich in der Ruhe nach der Arbeit anfänglich noch erhöht.

     
  4. 4.

    Die Bewältigung von Langstrecken unterscheidet wieder in starkem Maße den Trainierten vom Untrainierten in bezug auf seine Blutzuckerregulation. Beim Trainierten ist während des Laufes ein geringer Anstieg und nach dem Lauf sofortiger, langsam einsetzender Abfall des Blutzuckers bis zur Norm die Regel. Der Untrainierte reagiert entweder mit einer stärkeren Erhöhung oder der mangelhaft Leistungsfähige mit einem sofortigen Abfall des Blutzuckers während des Laufes.

     

Ein Abfallen des Blutzuckers unter die Norm während oder nach sportlicher Leistung ist immer als Zeichen von Ermüdung oder Leistungsunfähigkeit aufzufassen.

Ganz im Einklang mit unseren Untersuchungen am trainierten und untrainierten Menschen stehen experimentelle Befunde, dieFerrari (1932) am trainierten und untrainierten Tiermuskel durch Reizung in Ringerlösung erhoben hat: Der untrainierte Muskel verliert trotz seines geringeren Glykogengehaltes mehr Glykogen als der trainierte; beim untrainierten Muskel geht mehr Traubenzucker und mehr Milchsäure in die Ringerlösung über.

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Copyright information

© Julius Springer und J. F. Bergmann 1934

Authors and Affiliations

  • Friedrich Meythaler
    • 1
  • Alfred Droste
    • 1
  1. 1.Medizinischen Universitätsklinik RostockDeutschland

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