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Der Einfluß von Milieufaktoren auf die Abhängigkeit der Reizschwelle (Rheobase) des Nerven von der elektrotonischen Ausgangslage

  • Fritz Robert Thalmann
Article

Zusammenfassung

Am Froschnerven wird die Abhängigkeit der Rheobase von der elektrotonischen Ausgangslage am Reizort für verschiedene Milieubedingungen untersucht. Der Verlauf dieser Abhängigkeit wird durch die „elektrotonische Rheobasenkurve“ in von der bisher verwendeten etwas abweichender graphischer Darstellung wiedergegeben.

Es wird gezeigt, daß die von früheren Autoren beschriebenen verschiedenen Verlaufstypen der elektrotonischen Rheobasenkurve auf ganz bestimmte Veränderungen des den Nerven umgebenden Mediums zurückgeführt werden können.

Befindet sich die interpolare Nervenstrecke in Luft statt unterRinger-Lösung, so wird dadurch die elektrotonische Rheobasenkurve in Richtung höherer Reizschwellen verschoben.

Ein ähnlicher Effekt wird erreicht, wenn in der den Nerven umgebendenRinger-Lösung der Gehalt an Calcium-Ionen noch innerhalb physiologisch zulässiger Grenzen erhöht wird. Diese Wirkung der Calcium-Ionen wird durch Kalium-Ionen antagonistisch beeinflußt, doch nur solange, als Calcium-Ionen gegenwärtig sind. In Abwesenheit von Calcium wirkt Kalium ebenfalls im Sinne einer Verschiebung der elektrotonischen Rheobasenkurve nach höheren Schwellenwerten.

Für diese Verschiebung der elektrotonischen Rheobasenkurve nach höheren Schwellenwerten wird als gemeinsame Ursache eine Verzögerung der mit dem Reizprozeß einhergehenden lokalen Ladungsausgleichsvorgänge verantwortlich gemacht. Diese Verzögerung ist dann, wenn die interpolare Nervenstrecke sich in Luft befindet, auf das geringe Leitvermögen des umgebenden Mediums zurückzuführen, während bei Steigerung des Calciumgehaltes an eine Erhöhung desinneren Widerstandes durch die membranverdichtende Eigenschaft der Calcium-Ionen zu denken ist. Schließlich ergibt sich auch die Möglichkeit, für die Zunahme der Reizschwellen im Anelektrotonus, d. h. also für den gewöhnlichen Verlauf der elektrotonischen Rheobasenkurve die verdichtende Wirkung der Anode verantwortlich zu machen.

Der hier an der elektrotonischen Rheobasenkurve des Nerven in Erscheinung tretende Antagonismus in der Wirkung der Kalium- und Calcium-Ionen zeigt eine auffallende Übereinstimmung mit anderweitigen Beobachtungen über den Kalium-Calcium-Antagonismus.

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1940

Authors and Affiliations

  • Fritz Robert Thalmann
    • 1
  1. 1.Physiologischen Institut der Universität ZürichSchweiz

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