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Über Funktions- und Erregbarkeitsänderung von Nerv und Muskel in situ in den ersten Stadien nach Nervenläsion

  • J. Richter
Article

Zusammenfassung

Im 48stündigen Dauerversuch werden bei Ratten Funktionsprüfungen am normalen und geschädigten Nerven und Muskel durchgeführt.

Durch Urethan hervorgerufene Muskelruhe bewirkt reversible Verlängerung der Reizzeitwerte des Muskels innerhalb der ersten 24 Stunden. Die Versuche lassen sich auch ohne Narkose bei durch Dauerrückenlage verursachter hypnotischer Bewegungslosigkeit durchführen.

Nervenläsion hat nach 6 Stunden eine Verkürzung der Reizzeitwerte des Muskels für wenige Stunden zur Folge, die nach einem mehrstündigen Normalstadium nach 24–36 Stunden, je nach Art der Läsion, ins Gegenteil umschlägt mit steilem Anstieg der Hauptnutzzeit- (HNZ) und Chronaxiewerte. Es ist festzustellen, daß die Zeitkonstanten sehr viel länger werden, wenn statt scharfer Verletzung des Nerven mit Kontinuitätstrennung stumpfe Läsion ohne Kontinuitätstrennung stattfindet.

Die Reizzeitwerte des geschädigten Nerven zeigen nicht so eindeutig die initiale Depression, sie zeigen nur geringfügige Veränderungen. Die HNZ bleibt bis zur Funktionseinstellung normal, die Chronaxiekurve zeigt eine finale Erhebung.

Die Empfindlichkeit von Nerv und Muskel steigt im Anfang nach der Nervenläsion, wird dann gleichmäßig kleiner, bis sie für den Nerven vor Erlöschen der Funktion wieder steil ansteigt.

Isochronismus von Nerv und Muskel ist aus den Normalkurven nicht zu erkennen.

Die durch innere und äußere Faktoren relativ unbeeinflußte Methode der HNZ-Messung ist in der Bewertung der Funktionsbereitschaft von Nerv und Muskel der Chronaximetrie vorzuziehen, zumindest ihr gleichzusetzen und gleichzeitig anzuwenden, da sie eindeutigere Befunde zuläßt.

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© Verlag von Julius Springer 1936

Authors and Affiliations

  • J. Richter
    • 1
  1. 1.Physiologischen Institut der Universität LeipzigDeutschland

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