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Über das Vorkommen eines acetylcholinartigen Körpers in den Skeletmuskeln

III. Mitteilung
  • F. Plattner
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Zusammenfassung

Alkoholische Extrakte aus quergestreifter Säugetiermuskulatur (Hund, Katze, Meerschweinchen) enthalten ebenso wie die Skeletmuskulatur des Frosches und der Schildkröte nachweisbare Mengen einer acetylcholinartigen Substanz. Ihre Menge ist am größten in den äußeren Augenmuskeln; ein geringerer Gehalt findet sich in der Zungenmuskulatur, ein noch geringerer im Zwerchfell und im Gastrocnemius. Aus dem Umstande, daß die acetylcholinartige Substanz einerseits auch in Muskeln vorkommt, die normalerweise acetylcholinitempfindlich sind (Zunge, Zwerchfell, Gastrocnemius), und daß sie andererseits keine Vermehrung erfährt, wenn diese Muskeln durch die Degeneration ihres motorischen Nerven für Acetylcholin empfindlich geworden sind, ist zu schließen, daß die acetylcholinartige Substanz nicht aus dem acetylcholinempfindlichen Prinzip des Muskels stammt.

Es wird die Anschauung vertreten, daß der Ursprung des Muskelacetylcholins im parasympathischen Innervationsapparat der Muskelblutgefäße zu suchen ist, und daß die Mengenunterschiede in verschiedenen Muskeln auf einer Verschiedenartigkeit der Ausbildung des Gefäßapparates in quantitativer oder qualitativer Hinsicht beruhen. Der in den vorangehenden Mitteilungen über Versuche am Kaltblüter hervorgehobene Parallelismus zwischen tonischer Beanspruchung und Acetylcholinempfindlichkeit der Muskulatur einerseits und Gehalt an acetylcholinartiger Substanz andererseits wäre demnach dahin auszulegen, daß normale Skeletmuskeln, denen die Verrichtung von Dauerleistungen obliegt und die acetylcholinempfindlich sind, einen irgendwie größeren parasympathischen Gefäßinnervationsapparat besitzen als andere Muskeln, und daß sie darum mehr acetylcholinartige Substanz enthalten als diese.

Die indirekte faradische Reizung des entbluteten sowie des durchbluteten Kaltblütermuskels (Frosch, Kröte), ferner des normal durchbluteten Warmblütermuskels (Meerschweinchen) bewirkt i. d. R. eine Zunahme der im Muskel nachweisbaren Menge der acetylcholinartigen Substanz; sie wird dabei um das gleiche Vielfache vermehrt wie das Muskelcholin.

Enthirnungsstarre Muskeln (Katze) enthalten nicht mehr acetylcholinartige Substanz als vor der Enthirnung entnommene Kontrollmuskeln.

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1932

Authors and Affiliations

  • F. Plattner
    • 1
  1. 1.Physiologischen Institut der Universität InnsbruckÖsterreich

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