Die Ionenpermeabilität der Erythrocyten in Nichtleiterlösungen

  • W. Wilbrandt
Article

Zusammenfassung

  1. 1.

    Die Steigerung der osmotischen Resistenz roter Blutkörperchen in Nichtleiterlösung wurde untersucht. Die vonJacobs undParpart gemachte Unterscheidung einer ersten reversiblen, durch Ionenaustausch bedingten Phase und einer zweiten irreversiblen Phase durch Salzaustritt nach Verlust der normalen Impermeabilität für Kationen wird durch weitere Versuche gestützt.

     
  2. 2.

    Die Aufhebung der selektiven Anionenpermeabilität in der zweiten Phase wird ursächlich auf den Ionenaustausch der ersten Phase zurückgeführt, durch den ein beträchtliches Membranpotential entsteht (Davson). Es wird gezeigt, da\ unter verschiedenen Versuchsbedingungen die Geschwindigkeit des Salzverlustes dem Ausma\ des vorangegangenen Ionenaustausches symbat sich ändert.

     
  3. 3.

    Dabei mu\ berücksichtigt werden, da\ zwischen Membrangrenzfläche und Au\enlösung ein Ionengleichgewicht besteht, das ebenfalls in Nichtleiterlösung gestört ist. Erst die Einbeziehung dieses Gleichgewichts in die Betrachtung, durch die das anzunehmende Membranpotential sehr viel grö\er wird, ergibt eine widerspruchslose Deutung.

     
  4. 4.

    Die Bedeutung dieses Gleichgewichts zwischen Au\enlösung und Membrangrenzfläche wird dadurch demonstriert, da\ Zusatz von CaCl2 den Salzaustritt sehr viel stärker hemmt, als der zugeführten Chloridmenge entspricht. Das beruht darauf, da\ CaCl2 infolge der Zweiwertigkeit des Kations (BaCl2 und MgCl2 wirken ebenso wie CaCl2, KCl ebenso wie NaCl) das pH an der Membrangrenzfläche stärker beeinflu\t als NaCl. Die nach dieser überlegung aus der Theorie des Donnangleichgewichts errechnete Konzentrationsabhängigkeit der Wirkung stimmt mit der Beobachtung überein.

     
  5. 5.

    Die Beziehungen der Ergebnisse zu derMondschen Annahme der Umladbarkeit der Erythrocytenmembran werden diskutiert.

     

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1940

Authors and Affiliations

  • W. Wilbrandt
    • 1
  1. 1.Physiologischen Institut [Hallerianum] der Universität BernBern

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