Klinische Wochenschrift

, Volume 7, Issue 44, pp 2094–2098 | Cite as

Stenosenwetter

  • De Rudder
Originalien
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Zusammenfassung

In Jahren mit häufigeren akuten Larynxstenosen kommt es zu ausgesprochenerGruppenbildung der Erkrankungsfälle einer Gegend, indem Krankheitsfälle innerhalb weniger Tage sich folgen, um dann wieder eine längere Pause aufzuweisen.

Díese Gruppenbildung istunabhängig von der Jahreszeit und unabhängig von der Art der Grundkrankheit (Stenosen verschiedenster Ätiologie können sich zu einer zeitlichen Gruppe vereinigen).

Als einzige Erklärung dieser Gruppenbildung kommenmeteorologische Faktoren in Frage.

Es zeigt sich nun, daß solcheGruppen akuter Larynxstenosen zeitlich fast durchwegin enger Beziehung stehenzu dem Durchzug von Tiefdruckgebieten;besondere Häufung erfolgt dann, wenn mehrere Tiefdruckgebiete zeitlich durch ein kurzes Zwischenhoch getrennt sind. Derartiges meteorologisches Geschehen erscheint somit als „Stenosenwetter“ in seiner ausgeprägtesten Form. Demgegenüber treten Stenosen so gut wie niemals während längerer Perioden konstanter Druckverteilung auf.

Diese Beobachtungen gelten zunächst nur für das untersuchte Gebiet (Gegend um Würzburg), es sind aber Anhaltspunkte vorhanden, daß es sich hier um allgemeinere Vorgänge handelt. (Zu weiterer Klärung der Verhältnisse wird eine Sammelforschung angeregt.)

Es ist also anzunehmen, daß meteorologische Vorgänge, welche mit dem Durchzug von Tiefdruckgebieten in Verbindung stehen, im menschlichen Körper im einzelnen noch unbekannte Dispositionen schaffen, welche beim Vorliegen gewisser Allgemeinerkrankungen (Diphtherie, Masern, Grippe, Scharlach) zu besonderei Mitbeteiligung des Larynx Anlaß geben.

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Copyright information

© Julius Springer und J. F. Bergmann 1928

Authors and Affiliations

  • De Rudder
    • 1
  1. 1.Universitäts-Kinderklinik WürzburgDeutschland

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