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Klinische Wochenschrift

, Volume 9, Issue 23, pp 1068–1071 | Cite as

Symptomatische Polyglobulie und Lebersubstanz-Therapie

Ein Beitrag zur Pathogenese der perniziösen Anämie
  • Richard Stephan
Originalien

Zusammenfassung

Bei der NachprÜfung von Mitteilungen Über die erythrocytenvermindernde Wirkung von Milzsubstanz bei symptomatischer Polyglobulie konnte an 5 Fällen dieses Krankheitsbildes gezeigt werden, da\ der gleiche Effekt regelmä\ig und rasch auch durch die perorale Zufuhr von Lebersubstanz erreicht wird. Die Annahme einerspecifischen Hormonwirkung, wie sie in den bisher vorliegenden Arbeiten aus geradliniger Ableitung von Ursache und Wirkung erschlossen wurde, ist abzulehnen.

FÜr die zunächst paradox anmutende Feststellung, da\ zwei antagonistische Symptomenkomplexe Anämie und Polyglobulie durch den gleichen Körper — Lebersubstanz in gro\er Menge — in relativ langsamem Ablauf zur Abheilung gebracht werden können, wird die Erklärung darin gesucht, da\ die Leber nur Ablagerungs- und nicht Bildungsstätte der wirksamen Organsubstanz bedeutet und da\ durch die perorale Zufuhr dieser Substanz indirekt ein der Regulation des morphologischen Blutstatus dienendes Organsystem beeinflu\t wird.

3. An Hand von Versuchen mit Nebennieren-Rindenextrakt bei symptomatischer Polyglobulie und perniziöser Anämie, die bei geringer Dosierung und ganz raschem Wirkungseintritt des Rindenhormons absolute Parallelen mit der Wirkungsform der Lebersubstanz aufzeigen, wird die Nebennierenrinde als hypothetische Zentrale der physiologischen Blutregulation angesprochen. Es wird dabei auf praktische Ausblicke, die abwegige Funktion eines endokrinen Organs durch orale Applikation des Autohormons in normale Bahnen leiten zu können, besonders hingewiesen.

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Literatur

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Copyright information

© Julius Springer und J. F. Bergmann 1930

Authors and Affiliations

  • Richard Stephan
    • 1
  1. 1.Medizinischen Klinik des St. Marienkrankenhauses in Frankfurt a. M.Deutschland

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