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Klinische Wochenschrift

, Volume 6, Issue 41, pp 1947–1948 | Cite as

Blutgruppen und Impf-Malaria

  • Rudolf Wethmar
Originalien
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Zusammenfassung

Bei der Übertragung der Impfmalaria wurde bei 65 Erstimpflingen die Gruppenzugehörigkeit bestimmt. Es fand sich ein Zusammenhang der Blutgruppenzugehörigkeit von Spender und Empfänger einerseits und von der Länge der Inkubationszeit, dem Inkubationsverlauf und dem Fiebertyp andererseits.

Bei ungünstigen Blutgruppenverhältnissen zwischen Spender und Empfänger wird selbst bei intravenöser Impfung die Inkubationszeit fast um das Doppelte an Tagen in die Länge gezogen, ebenso findet sich bei den unter ungünstigen Verhältnissen intracutan Geimpften eine erhebliche Verlängerung der Inkubationszeit.

Die bei der Impfmalaria ungern gesehene Duplexform (Zwieselinfektion) mit täglichen Anfällen findet sich am häufigsten bei den intravenös Geimpften mit günstigen Blut-grupperiverhältnissen. Dasselbe gilt für die Tertianaformen mit gemischtem Fiebertyp.

Die vom Kliniker erwünschten reinen Simplexformen fanden sich am häufigsten bei den intracutan Geimpften mit ungünstigen Gruppen und dann bei den intravenösen Ungünstigen.

Fehlimpfungen wurden selbst bei ungünstigen Blutgruppen-Verhältnissen in keinem Falle beobachtet.

Transfusionsschäden in Form von Temperatursteigerungen über 38° und Schüttelfröste am 1. oder 2. Tag nach der Impfung wurden nur bei Impfungen unter ungünstigen Blutgruppen beobachtet, und zwar bei den intravenös Geimpften mehr als bei den Intracutanen.

Literatur

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Copyright information

© Julius Springer und J. F. Bergmann 1927

Authors and Affiliations

  • Rudolf Wethmar
    • 1
    • 2
  1. 1.Wittenauer HeilstättenDeutschland
  2. 2.Institut für Infektionskrankheiten „Robert Koch“Berlin

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