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Archiv für Gynäkologie

, Volume 153, Issue 1, pp 434–446 | Cite as

Über Stoffwechselwirkungen von Sexualhormonen auf ihr Erfolgsorgan

  • S. Aschheim
  • H. Gesenius
Article

Zusammenfassung

  1. 1.

    In Bestätigung der Befunde vonEhrhardt undBüngeler wird eine nach Injektion von Schwangerenharn auftretende, dem sichtbaren Wachstum vorausgehende Stoffwechselsteigerung des infantilen Mäuseuterus nachgewiesen. Diese Stoffwechselsteigerung ist jedoch nicht — wieEhrhardt undBüngeler meinten — auf den Gehalt des Schwangerenharnes an Hypophysenvorderlappenhormon, sondern an weiblichem Sexualhormon zurückzuführen.

     
  2. 2.

    Eine Stoffwechselsteigerung des Uterus läßt sich auch nach Injektion anderer Substanzen, wie z. B. Aolan, Cantharidin, Johimbin und männlichem Hormon beobachten.

     
  3. 3.

    In analoger Weise wie beim weiblichen Tier das weibliche steigert beim männlichen Tier das männliche Sexualhormon den Stoffwechsel des Erfolgsorgans: der Atmungsquotient der Samenblasen infantiler Mäuse steigt schon wenige Stunden nach Injektion von männlichem Hormon (Hombreol, Proviron). Dagegen vermochte — mit Ausnahme des käuflichen Ampullen-Progynons — keine der bisher geprüften Substanzen, wie z. B. Prolan, Thyroxin, Cantharidin, Johimbin, Histamin, Tyramin, Aolan den Atmungsquotienten zu beeinflussen.

     
  4. 4.

    Auch der Stoffwechsel der Erfolgsorganekastrierter Tiere beiderlei Geschlechts wurde nach Injektion des betreffenden Sexualhormons 5 Stunden später erhöht gefunden.

     
  5. 5.

    Injektion von Männerharn erhöhte in 27 von 37 Fällen den Atmungsquotienten der infantilen Samenblasen, während dem Harn von Kindern und 2 Kastraten diese Eigenschaft fehlte. Da sich jedoch diese Steigerung auch nach Injektion von Harn tumorkranker Frauen, in einem Falle sogar nach Injektion von Harn einer gesunden Frau erreichen ließ, sind Schlüsse hinsichtlich der Art und Herkunft des atmungssteigernden Stoffes zunächst unzulässig.

     
  6. 6.

    Die Stoffwechselerhöhung am Erfolgsorgan setzt außerordentlich rasch ein. Sie ließ sich an Uteri nachweisen, die schon 5 Minuten nach der Progynoninjektion exstirpiert worden waren. Samenblasen zeigten die Stoffwechselerhöhung erst nach 10 Minuten, was wohl auf die langsamere Resorption des nur in öliger Lösung hergestellten Provirons zurückzuführen ist.

     

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Literaturverzeichnis

  1. 1.
    Büngeler, W. u.K. Ehrhardt: Klin. Wschr.1931, 593. — Als weitere Publikationen, die mit unserem Thema in — wenn auch loserem — Zusammenhang stehen, wären zu nennen:M. Khayyal andC. Scott: J. of Physiol.72, 13–14 (1931); sowieE. Raab: Arch. Gynäk.138, 726 (1929).Google Scholar
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    Die Vergrößerung des Uterus nach Injektion von Prolan bei infantilen, nicht kastrierten Mäusen ist ja eine Sekundärerscheinung, hervorgerufen durch das Oestrushormon, das im Ovarium des Tieres nach Prolanzufuhr entsteht.Google Scholar
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  7. 1.
    Untersuchungen am Ovarium, die gerade wegen der starken Veränderungen des Ovars nach Hormoninjektionen reizvoll erschienen, haben wir mit Rücksicht auf die vonEhrhardt undBüngeler (1931) angekündigten Versuche nicht angestellt. Inzwischen sind bereits Untersuchungen vonReiss und Mitarbeitern [Endokrinol.10, 241, 329 (1932); Med. Klin.1932, Nr 29] am Uterus, Ovarium und Hoden publiziert worden, die soweit sie den Stoffwechsel des Uterus betreffen im wesentlichen mit den unsrigen übereinstimmen.Google Scholar
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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1933

Authors and Affiliations

  • S. Aschheim
    • 1
  • H. Gesenius
    • 1
  1. 1.Universitäts-Frauenklinik Berlin-CharitéBerlin-CharitéDeutschland

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