Archiv für Gynäkologie

, Volume 160, Issue 1, pp 17–61 | Cite as

Zur Physiologie und Mechanik der Geburt während der Eröffnungsperiode

  • Jacobs Friedrich
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References

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    Hofbauer sieht die äußere Schicht als ein besonderes “Reizleitungssystem” an; ich werde auf die vermutliche Rolle der Längsfasern in einer dem Gesamtproblem der „Wehensteuerung” gewidmeten Publikation näher eingehen.Google Scholar
  4. 1.
    Vgl. hierzuBoeminghaus, H.: Z. urol. Chir.6 (1921) undHeiß, R.: Schriften Königsberg. Gelehrten-Ges., Naturwiss. Kl.,5, H. 7 (1928); ferner auchLichtenberg, A. v v., H. Dietlen u.W. Runge: Münch. med. Wschr.1909 II, 1467. (Im Original sind die hier in Kursivdruck wiedergegebenen Sätze nicht hervorgehoben).Google Scholar
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  11. 1.
    Es ist mir sehr wahrscheinlich, daß die Faltung des Cervixgewebes durchaus nicht nur durch die Blutgefäße verursacht und aufrecht erhalten wird und daher auch über das durch die Gefäßneubildung bedingte Maß hinausgeht. Man findet am Ende der Schwangerschaft die Muskel- und Bindegewebsfasern hier sehr locker liegend und dabei scheinbar regellos angeordnet. Das spricht dafür, daß das Grundgewebe nicht etwa durch die Blutgefäße auseinandergedrängt wird, sonderu daß es bei seinem Schwangerschaftswachstum sich dem Gefäßwachstum koordiniert verhält undaus sich heraus in allen seinen Teilen eine Lagerung annimmt, die schematisch geschen einer Faltung entspricht. Stellt doch die Strukturänderung, die das Cervixgewebe während der Schwangerschaft in allen seinen Komponenten erfährt, als echtes Wachstum einen einheitlich komplexen Entwicklungsvorgang dar.Google Scholar
  12. 1.
    Ich halte das vollkommene Verstreichen des Muttermundes bei Erstgebärenden für die Norm. Daher nehme ich auch nicht an, daß die bekannten Einrisse im Muttermund während des Durchtrittes des vorangehenden Kindesteiles geschehen. Dazu ist bei vollkommen ausgespanntem Gebärschlauch gar keine Möglichkeit vorhanden. Diese tritt, bei angenommener Kopfgeburt, erst dann ein, wenn der Schädel den Muttermund passiert und die Cervixwandung sich hinter ihm wieder um ein gewisses Maß zusammengezogen hat. In diesem Zustand wird sie bei dem relativ raschen Austritt des Kopfes aus dem Mutterleib vom Rumpf des Kindes eine Strecke weit in die Scheide hinabgezogen und dabei meist plötzlich und nun tatsächlich gewaltsam gedehnt. Bei Geburten mit nachfolgendem Kopfe ist der entsprechende Vorgang ja bekannt.Stieve, der auf Grund seiner bekannten Theorie des Eröffnungsvorganges das Persistieren eines mehr oder weniger breiten Muttermundsaumes für die Norm hält, bestreitet das restlose Verstreichen auch bei Erstgebärenden durchaus. Dieser Ansicht ist schon ein anderer Anatom,Goerttler, entgegengetreten, und zwar ganz zu Recht, wie jeder Geburtshelfer aus der Erfahrung weiß. Die Frage ist gewiß an sich nicht von prinzipieller Bedeutung. Für wichtig halte ich nur, daß der ursächliche Vorgang nicht mechanistisch, sondern als lebendiges Geschehen betrachtet wird. Meines Erachtens hängt das Maß des Verstreichens des Muttermundsaumes von dem jeweiligen Zusammenspiel der mannigfachen Faktoren ab. Bei der normalen Erstgeburt ist der Weg noch ungebahnt, das Cervixgewebe undehnbar und vermöge seiner Kontraktionskraft imstande, auch in geringem Maße in das Lumen vorragend die Frucht am Tieferrücken zu verhindern. Der vorangehende Kindesteil bleibt hier in der Norm unverrückt oberhalb des quer einspringenden Muttermundsaumes stehen, bis der Weg völlig frei ist. Dieser Zustand wird bei der Straffheit aller Gewebe der Erstgebärenden erst dann erreicht, wenn alle Bewegungsmöglichkeiten der Elemente gegeneinander in diesen Geweben ausgenutzt sind und die Wandung aufs Äußerste angespannt ist.Google Scholar
  13. 1.
    Der abweichende, weniger differenzierte Mechanismus bei Mehrgebärenden läßt sich wohl folgendermaßen erklären: In dem gegenüber der Erstgebärenden weniger fest zusammenhängenden und dabei stärker mit nichtcontractilen (bindegewebigen) Elementen durchsetzten Gewebe pflanzt sich der mechanische Zug der höher gelegenen Wandabschnitte rascher durch die Masse der Fasern hindurch auf solche Bezirke des Halsteiles fort, die bei Erstgebärenden erst zu scheren beginnen, wenn alle in der Zugrichtung liegenden Wandpartien ihrer natürlichen Reihenfolge nach diese Bewegung bereits ausgeführt haben.Google Scholar
  14. 1.
    Vgl. S. 36.Google Scholar
  15. 1.
    Uexküll, J. v.: Handbuch der Physiologie, herausgegeben vonBethe u. a., Bd. 9, “Gesetz der gedehnten Muskeln”.Google Scholar
  16. 1.
    Das ergibt sich ohne weiteres aus dem absoluten stillstand jeglicher Bewegung auf der Höhe einer „Wehe”. Damit stimmt auch die durch die Untersuchungen vonFr. Schatz längst bekannte Tatsache überein, daß der intrauterine Druck während eines “Tetanus” der Uterusmuskulatur unter die NormSinkt, die Sperrung also dem Wanddruck volles Gegengewicht leistet. Andernfalls müßte das Organ an der Grenze tätiger und gesperrter Muskulatur platzen, was nur unter pathologischen Verhältnissen, d. h. bei gestörter neuraler Steuerung eintritt.Google Scholar
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    Frey, E.: Halban-Seitz, Bd. 8, Teil 3, S. 1962 f.Google Scholar

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© Verlag von Julius Springer 1936

Authors and Affiliations

  • Jacobs Friedrich
    • 1
  1. 1.Berlin-Lichtenberg

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