Untersuchungen über die Grundlagen des Stoffwechsels des Herzens

III. Mitteilung
  • Paul Schenk
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Zusammenfassung

  1. 1.

    Während und einige Tage nach einerChloroformnarkose findet man im Herzmuskel wie im Skelettmuskel eine sehr beträchtliche Anhäufung von Zwischenprodukten des Kohlenhydrat- und des Phosphorsäurestoffwechsels, insbesondere von Lactacidogenphosphorsäure und von Milchsäure. Anscheinend sind die chloroformgeschädigten Zellen nicht mehr imstande, die im Beginn ihrer Narkose — vielleicht vermehrt — abgebauten Zellbestandteile weiter abzubauen bzw. wieder zu synthetisieren. Der durch die Schädigung der Oxydationsvorgänge erzeugte unvollständige Abbau der Zellzerfallsprodukte ist wahrscheinlich gleichzeitig der Grund für ihre mangelhafte Synthese.

    Der Herzmuskel erweist sich der Chloroformschädigung gegenüber bedeutend widerstandsfähiger als der Skelettmuskel, und oft sind erst am Tage nach der Narkose Veränderungen am Herzen festzustellen.

     
  2. 2.

    DieBlausäurevergiftung führt zu ganz ähnlichen Ergebnissen. Auch nach ihr findet sich eine Glykogenverarmung des Muskelgewebes neben Anhäufung von Zwischenkohlenhydraten und Milchsäure; ferner waren ein hoher Gesamtphosphorsäuregehalt und reichliche Lactacidogenphosphorsäuremengen in der Muskulatur festzustellen.

     
  3. 3.

    Durch faradische Reizung des freigelegten Herzens ausgelöstesHerzkammerflimmern hat eine starke Vermehrung der anorganischen Phosphorsäuren und derjenigen des Lactacidogens sowie eine Anhäufung von Milchsäure im Herzen zur Folge. Die Bestimmung der zu Beginn des Versuches vorhandenen Phosphorsäure ergab mit 41,01 bzw. 41,38g% der Gesamtphosphorsäuren fast die höchsten von uns beobachteten Werte.

     
  4. 4.

    Bei einem an einer sehr schwerenInfektionskrankheit (Staupe) erkrankten Hunde war der Kohlenhydrathaushalt völlig regelrecht; die Werte für die anorganischen Phosphorsäuren zeigten eine starke Verschiebung zuungunsten des Lactacidogens; die sofort bestimmbaren anorganischen Phosphorsäuren zeigten mit 60,183% der gesamten Phosphorsäuren die höchsten bisher gefundenen Verhältniswerte dieser Art. Eine im Verlaufe fieberhafter Infektionskrankheiten eintretende Herabsetzung der Herzmuskelkraft scheint demnach eher auf Störungen im Phosphorsäurehaushalt als in demjenigen der Kohlenhydrate zu beruhen.

     

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© Verlag von Julius Springer 1924

Authors and Affiliations

  • Paul Schenk
    • 1
  1. 1.Medizinischen Poliklinik der Universität MarburgDeutschland

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