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Versuche über Elektrotaxis und Elektronarkose

  • Ferd. Scheminzky
Article

Zusammenfassung

I. In bezug auf die Elektrotaxis wurde festgestellt

Da die bei geringen Stromdichten auftretende richtende Wirkung bei Stromverstärkung in eine betäubende übergeht, so kann spontanes Auftreten der Elektrotaxis nur beobachtet werden, wenn der Strom in seiner Stärke langsam gesteigert wird. Dies ist besonders bei größeren Tieren notwendig, da bei ihnen der Stromdichteunterschied zwischen richtendem und betäubendem Strom sehr gering ist. Galvanotaxis tritt auch beiLeducschen Strömen ein, wenigstens bei solchen von 10, 25 und 50 Perioden. Im Sinusstrom tritt bei verschiedenen Wassertieren eine spezifischeSinusstromeinstellung auf; diese ist dadurch gekennzeichnet, daß die Tiere sich mit ihrer Längsachse senkrecht zu den Stromlinien einstellen. Diese Erscheinung wurde an jungen Exemplaren von Salmo lacustris sowie an Phoxinus laevis, Esox lucius, Carrassius carassius L., an Embryonen von Rhodus amarus Bl., an Kaulquappen und an einem ausgewachsenen Exemplar vonRana esculenta beobachtet. Elektrotaxis tritt gewöhnlich zwischen dem analgetischen Stadium und dem Narkosestadium auf.

II. In bezug auf die Elektronarkose wurde festgestellt

Chemische Narkose, galvanische,Leduc und Sinusstromnarkose weisen in ihrem Verlaufe ziemlich viel Ähnlichkeiten auf. Bei Anwendung des Leduc-Stromes sind die Stromdichten auch bei Wassertieren von der Frequenz und Stromflußzeit abhängig. Sinusstromnarkose kann auch von einer Sinusstromhypnose (Salmo lacustris) gefolgt werden. Je größer die Tiere sind, um so geringer braucht die Stromdichte zu sein, die die einzelnen Phasen der Stromeswirkung hervorrufen kann. Wird die Stromdichte allmählich gesteigert, so zeigt sich, daß auch bei größeren Tieren die Zonen zwischen den Phasen enger werden, ja daß zwei Phasen oft gleichzeitig oder knapp hintereinander eintreten können.

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1924

Authors and Affiliations

  • Ferd. Scheminzky
    • 1
    • 2
  1. 1.Biologischen Station am Lunzersee, N.-Ö.Deutschland
  2. 2.Physiologischen Institut der Wiener UniversitätWien

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