Advertisement

Das Alles- oder Nichts-Gesetz und die Sinneswahrnehmung

  • Katharina Stüber
Article

Zusammenfassung

  1. 1.

    Es wurden einzelne, durch einen anästhetischen Schutzring isolierte Wärmepunkte mit Hilfe einer Reizspitze von bekannter Temperatur adäquat gereizt. Die Versuchspersonen sind imstande, Erregungen, die von einem einzigen Nervenendorgan aus ins Zentrum gelangen, in bezug auf ihre Intensität voneinander zu unterscheiden. Die Unterschiedsschwelle liegt zwischen 1‡ und 1,5‡ C.

     
  2. 2.

    Eine gleichartige Reizung wurde an isolierten Kältepunkten vorgenommen, wiederum mit dem Erfolg, daß ein Unterscheidungsvermögen vorhanden ist. Die Unterschiedsschwelle liegt hier zwischen 2‡ und 2,5 C.

     
  3. 3.

    Auch für Druckpunkte ist ein Unterscheidungsvermögen für verschiedene Reizintensitäten bei verhinderter Reizausbreitung erwiesen.

     
  4. 4.

    Das Auge ist fähig, sehr kleinflächige Momentanreize von weniger als 1/25000 Sekunden Dauer noch in ihrer Intensität voneinander zu unterscheiden, obwohl Reizausbreitung hier nicht als Erklärung in Betracht kommen kann. Aus diesen Versuchen wird geschlossen, daß, wenn das Alles- oder Nichts-Gesetz auch für die sensiblen Nervenfasern gilt, das Unterscheidungsvermögen für Reizintensitäten darauf beruhen muß, daß selbst ganz kurzdauernde Reize eine in ihrer Frequenz von der Reizstärke abhängigerhythmische Nervenerregung erzeugen.

     

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1926

Authors and Affiliations

  • Katharina Stüber
    • 1
  1. 1.Physiologischen Institut der Universität RostockDeutschland

Personalised recommendations