Zur Frage nach dem Zustandekommen der motorischen Acceleration und der Erwärmungsacceleration beim Säugetierherzen

  • Bruno Kisch
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Zusammenfassung

Auf Grund der in der älteren Literatur mitgeteilten Beobachtungen wird gezeigt, daßMansfelds Ansicht, die motorische Acceleration der Herztätigkeit (m. A.) sei nur die Folge der bei Muskelarbeit eintretenden Erwärmung des Herzblutes, unrichtig ist.

Die Temperatursteigerung kann nur als ein Koeffizient betrachtet werden, der den Grad der m. A. mit beeinflußt.

Auf Grund eigener Versuche wird gezeigt, daß auch bei Vermeidung der inMansfelds Versuchen vorliegenden Fehlerquellen (Steigerung des venösen Zuflusses zum Herzen, Veränderung der Blutzusammensetzung) tatsächlich die Steigerung der Herzbluttemperatur um einige Zehntel Grad genügt, um bei Kaninchen und Hund die Herzfrequenz merklich zu steigern.

Dies ist auch dann der Fall, wenn die Vagi, sowie wenn die Vagi und die Acceleratoren entfernt worden sind.

Die Frequenzsteigerung bei Erwärmung des ins Herz einströmenden Blutes (Erwärmungsacceleration) ist meist nicht merklich gering-gradiger und tritt auch nicht langsamer ein, wenn die extrakardialen Herznerven ausgeschaltet worden sind, als bei Tieren, an denen diese Operation nicht ausgeführt wurde.

Es konnten keinerlei Anhaltspunkte dafür gewonnen werden, daß die Erwärmungsacceleration (wieMansfeld annimmt) reflektorisch ausgelöst wird, vielmehr berechtigen die Versuche zur Annahme, daß sie durch eine direkte Beeinflussung der Reizbildungsstellen durch die Temperatursteigerung zustande kommt.

Daß bei Tieren mit intakten Herznerven außer dieser direkten Beeinflussung der Reizbildungsstellen auch eine reflektorische bei der Erwärmungsacceleration eine Rolle spielt, scheint nicht wahrscheinlich, kann aber durch unsere Versuche nicht sicher ausgeschlossen werden.

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© Verlag von Julius Springer 1923

Authors and Affiliations

  • Bruno Kisch
    • 1
  1. 1.Pathologisch-physiologischen Institut der Universität Köln a. Rh.Deutschland

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