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Klinische Wochenschrift

, Volume 7, Issue 17, pp 785–792 | Cite as

„Erythrokonten“, Stäbchen in Erythrocyten, bei Anaemia Perniciosa und Einigen Nahestehenden Krankheitsbildern

  • Viktor Schilling
Originalien

Zusammenfassung

  1. 1.

    In Erythrocyten des Menschen, und zwar fast ausschließlich bei echter Anaemia perniciosa und verdächtigen Krankheitsbildern oder bei Blutkrankheiten mit megalocytärer Anämie wurde ein 2–4μ großes, schwach azurrotes Stäbchen aufgefunden, das den Namen „Erythrokont“ erhielt.

     
  2. 2.

    Positiv waren bisher 39 Fälle von echter Anaemia perniciosa Biermer, negativ nur 3 besonders liegende Fälle.

     
  3. 3.

    Außer Perniciosa wurden die Stäbchen gleicher oder sehr ähnlicher Art gefunden bei drei lymphatischen Leukämien, einer akuten Leukämie, einem unbestimmten Luesverdacht, einer aleukämischen Myelose und einem auf initiale Perniciosa verdächtigen, noch nicht erweislich kranken Falle. Außerdem wurden unsichere Befunde in 5 Fällen bei chronischen Krankheiten gefunden, deren Beziehung zur Perniciosagruppe weder erweisbar noch ganz auszuschließen war.

     
  4. 4.

    Die Auffindung gelingt am leichtesten im dicken Tropfen mit verstärkter Giemsafärbung und im Nilblausulfatpräparat mit der feuchten Kammer-Vital-Ausstrichmethode nach Verfasser.

     
  5. 5.

    Die Stäbchen kommen spärlich bis ziemlich häufig und ganz leicht auffindbar vor, liegen meist einzeln im Erythrocyten und sind trotz einer gewissen Polymorphie charakteristisch und wiedererkennbar.

     
  6. 6.

    Negativ wurden gefunden 174 innere Krankheitsfälle bei genauester Untersuchung und einige Hundert täglicher Untersuchungsfälle, den verschiedensten inneren Krankheiten zugehörig.

     
  7. 7.

    Die Erregernatur des Gebildes ist noch zu erweisen, aber auch nach dem klinischen Bilde der Perniciosa und nach ihrer Verbreitung nicht ausgeschlossen, wie durch Vergleich mit anderen Krankheitsbildern scheinbar ähnlich spezifischer Art und mit den Bartonella-Anämien ausgeführt wird. Die Möglichkeit eines mit dem megalocytären Erythrocytentypus zusammenhängenden Strukturteiles bleibt zu prüfen.

     
  8. 8.

    Durch den Befund der „Erythrokonten“ wird der Verdacht auf Anaemia perniciosa bei passendem Krankheitsbilde sehr verstärkt, durch ihr Fehlen außerhalb guter Remission in Frage gestellt. Die Verknüpfung der wenigen sonst positiven Kranheitsfälle, besonders auch von Leukämie mit positivem Befunde, mit Anaemia perniciosa bleibt zu untersuchen.

     

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Copyright information

© Julius Springer und J. F. Bergmann 1928

Authors and Affiliations

  • Viktor Schilling
    • 1
  1. 1.I. Medizinischen Universitätsklinik der Charité BerlinDeutschland

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