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Beiträge zur Physiologie und Pathologie der Muskeln

I. Mitteilung. Über polare Abschwächung und Verstärkung der Kontraktionen bei Reizung der örtlich verletzten Kammer des Froschherzens mit dem Kettenstrome
  • Eberhard Koch
Article

Zusammenfassung

An der örtlich verletzten, herausgeschnittenen, stillstehenden Kammer des Froschherzens ist der Reizerfolg des Kettenstromes verschieden je nach der Richtung, Dauer und Stärke des Stromes.

(Die auf einen atterminalen Stromstoß erfolgende Schließungszuckung kann eine größere Latenz, eine längere Dauer und eine niedrigere Hubhöhe haben als bei abterminaler Richtung).

Bleibt der Strom während der Systole geschlossen, so tritt bei abterminaler Richtung eine verstärkte, bei atterminaler dagegen eine abgeschwächte Zuckung auf. Mit wachsender Stromstärke nimmt die Verstärkung wie auch die Abschwächung, jede in ihrem Sinne, zu.

Bei längerem Geschlossensein eines genügend starken Stromes treten bei abterminaler Richtung verstärkte rhythmische Kontraktionen auf, deren Gipfel eine absteigende Treppe bilden. Bei atterminaler Richtung sind die abgeschwächten rhythmischen Kontraktionen stets seltener als bei abterminaler Richtung und bilden eine aufsteigende Treppe; statt der rhythmischen Kontraktionen kann es dabei zu einer Dauerkontraktion an der verletzten Stelle kommen. Öffnen des abterminalen Stromes hat keine oder nur eine abgeschwächte Zuckung zur Folge; Öffnen des atterminalen aber eine verstärkte.

Diese Erscheinungen polarer Abschwächung und Verstärkung sind auch am schlagenden Herzen zu beobachten und werden durch Atropin nicht merklich beeinflußt. Sie werden aufgefaßt als wesentlich zustandegekommen durch verminderte polare Änderung an der verletzten Stelle, bei überwiegender entgegengesetzter Änderung an der unverletzten.

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Copyright information

© Verlag von Julius Springer 1920

Authors and Affiliations

  • Eberhard Koch
    • 1
  1. 1.Path.-phys. Institut der Universität KölnDeutschland

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