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Versuche über Säurekontrakturen an quergestreiften Muskeln

  • Georg Kopyloff
Article

Zusammenfassung

  1. 1.

    Die untersuchten Säuren (Milchsäure, Essigsäure, Salzsäure und Schwefelsäure) rufen in Lösungen von 0,001–0,01 Normal beträchtliche Kontrakturen an Sartorien von Fröschen im Laufe von 5 Minuten hervor, welche in Ringer-Lösung ganz oder fast ganz zurückgehen. Essigsäure wirkt in stärkeren Konzentrationen (0,02 normal) fast ebenso stark wie Milchsäure von gleicher Konzentration, in verdünnteren Lösungen (0,01 normal) erheblich weniger. Schwefelsäure und Salzsäure sind in einem gewissen Bereich ungefähr doppelt so wirksam wie Milchsäure.

     
  2. 2.

    In manchen Fällen erreicht die Kontraktur Tetanushöhe.

     
  3. 3.

    Während der Kontraktur bewirken maximale Reize aufgesetzte, aber verkleinerte Zuckungen, welche mit dem Abnehmen der Verkürzung an Höhe wieder zunehmen. Ist Tetanushöhe erreicht, so sind maximale Reize während der Dauer des Bestehens dieser Verkürzung unwirksam.

     
  4. 4.

    Im allgemeinen ist die Kontraktionsfähigkeit während der Säurewirkung herabgesetzt; nur bei Essigsäure ist sie anfangs und während der Erholung erhöht.

     
  5. 5.

    Bei Rana temporaria sind die Kontrakturen bei gleicher Säurekonzentration und gleicher Einwirkungszeit ungefähr fünfmal höher als bei Rana esculenta (die Höhe der Kontraktur bezogen auf die anfängliche maximale Zuckungshöhe). Dementsprechend ist die Kontraktionsfähigkeit bei R. esculenta weniger herabgesetzt als bei R. temporaria, und der Muskel von R. esculenta erreicht schneller seine Anfangslänge wieder als der von R. temporaria.

     
  6. 6.

    Frösche, welche bei niederen Temperaturen gehalten wurden, zeigen bei gleicher Versuchstemperatur etwas höhere Kontrakturen als solche, die längere Zeit im Zimmer gehalten wurden.

     
  7. 7.

    Bei höherer Versuchstemperatur sind die Kontrakturen (ebenso wie die maximalen Zuckungshöhen) höher als bei niederen Temperaturen (untersucht von 10–26° C.).

     

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© Verlag von Martin Hager 1913

Authors and Affiliations

  • Georg Kopyloff
    • 1
  1. 1.Physiologischen Institut der Universität KielDeutschland

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