Staubuntersuchungen an silikotuberkuloselungen

  • W. Röthig
  • H. J. Wehban
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Zusammenfassung

  1. 1.

    Mit der Formamidaufschlußmethode vonThomas undStegemann wurden von Silikotuberkulosefällen aus Lunge und regionären Lymphknoten die Mindeststaub- und SiO2-Werte Bowie der Glühverlust des Staubes bestimmt. Das Material stammt von 15 nur im Erzbergbau und 15 vorher in der Steinkohle staubexponierten Bergleuten.

     
  2. 2.
    Die Gesamtstaub- and SiO2-Werte der Lungen, die großen Schwankungen unterliegen, sind in beiden Gruppen abhängig von der Silikoseschwere. Eine Abhängigkeit von der Art, Ausdehnung und Schwere der Tuberkulose ist dagegen bei obigen Werten, die denen von Vergleichsfällen ohne Tuberkulose gleichen, nicht faßbar. Ausgehend von dem Siliziumgehalt läßt sich unter Einbeziehung von Vergleichsuntersuchungen von Lungen verschieden alter, nicht staubexponierter männlicher Personen in Bezug auf die Staubbelastung folgende Regel aufstellen:
    $$\begin{gathered} Silikose 0 bis 0,15 g - \% SiO_2 \hfill \\ Silikose I 0,15---0,5 g - \% SiO_2 \hfill \\ Silikose II 0,5---1,0 g - \% SiO_2 \hfill \\ Silikose III \ddot uber 1,0 g - \% SiO_2 \hfill \\ \end{gathered} $$
     
  3. 3.

    Die Staubretention in den regionären Lymphknoten beträgt bei der Silikotuberkulose im Durchschnitt das 2—3fache der Lungenwerte, jedoch ohne Parallelität zum Silikosegrad. Eine Beziehung zwischen Staubabkehr und dem Staubverhältnis zwischen Lunge und zugehörigen Lymphknoten besteht in unserem Untersuchungsgut nicht.

     

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Copyright information

© Springer-Verlag 1967

Authors and Affiliations

  • W. Röthig
    • 1
  • H. J. Wehban
    • 2
  1. 1.Pathologisches Institut am BergarbeiterkrankenhausJahnsdorfer Str. 7
  2. 2.Institut für Gerichtliche Medizin und Kriminalistik der Karl-Marx-UniversitätLeipzig, Johannisallee 28

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