Archiv für Gynäkologie

, Volume 184, Issue 6, pp 749–760 | Cite as

Untersuchungen über die Dauer der Geburt beim Menschen

  • H. R. Schildbach
Article

Zusammenfassung

  1. 1.

    Die Häufigkeitsverteilung der Geburtsdauer, d. h. der zusammengefaßten Dauer der Bröffnungs- und Austreibungsperiode, kann alsGausssche Normalverteilung über logarithmischem Merkmalsmaßstab betrachtet werden.

     
  2. 2.

    Wir haben auf die Errechnung des Fluchtpunktes, des geometrischen Mittels und des Streufaktors generell verzichtet und statt dessen den Zentraloder MedianwertC, die 5- bzw. 95-Summenprozentwerte und den entsprechenden Streufaktor (\(f_{T_{s0} } \)) mit Hilfe einer graphischen Methode ermittelt. Ein Vergleich von einzeln errechneten mit den entsprechenden graphisch ermittelten Werten ergab eine befriedigende Übereinstimmung.

     
  3. 3.

    Die Dauer der Spontangeburten unserer Klinik betrug in den Jahren 1937–47 im Mittel 13 Std bei Erstgebärenden und 6,8 Std bei Mehrgebärenden. Bei Erstgebärenden waren 5% der Geburten nach 4,2 und 95% nach 35,5 Std beendet; für Mehrgebärende betrugen die analogen Zeiten 1,8 bzw. 22,2 Std.

     
  4. 4.

    Bemerkenswert ist die Tatsache, daß bei allen von uns geprüften Verteilungen der Geburtsdauer der Fluchtpunkt, d. h. der Nullpunkt der logarithmischen Skala, nicht mit dem Nullpunkt der Verteilung zusammenfällt, sondern bei Erstgebärenden einheitlich etwa 1,5 Std und bei Mehrgebärenden etwa 0,5 Std vor dem Beginn rhythmischer und schmerzhafter Geburtswehen liegt. Diese Abweichung läßt vermuten, daß der eigentliche Geburtsvorgang schon beginnt, ehe die Frau schmerzhafte und rhythmische Wehen verspürt.

     

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Copyright information

© Verlag Von J. F. Bergmann 1954

Authors and Affiliations

  • H. R. Schildbach
    • 1
  1. 1.Landes-Frauenklinik der Rheinprovinz in Wuppertal-ElberfeldUSA

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