Zentralnervensystem bei Bariumchloridvergiftung

  • I. Gy. Fazekas
  • B. Felkai
  • B. Melegh
Article

Zusammenfassung

  1. 1.

    Wir erzielten bei Kaninchen durch subcutane Einspritzung wÄ\riger BaCl2-Lösung akute (0,05 g/kg), und durch tÄgliche Verabreichung chronische Vergiftung (0,01–0,002–0,005 g/kg). Infolge der akuten Vergiftung gingen die Versuchstiere nach 2 Std 20 min bzw. 2 Std 30 min ein. Die andauernd behandelten Kaninchen wurden nach 98–193 Tage durch Luftembolie getötet. Gehirn und Rückenmark beider Tiergruppen wurden histologisch in Serienschnitten untersucht.

     
  2. 2.

    Sowohl in den akuten als in den chronischen BaCl2-VergiftungsfÄllen zeigten sich diffuse GefÄ\- und GanglienzellenverÄnderungen. Am schwersten waren die letzteren im Bereich der Area temporalis, Ganglia olfactoria Luysi, Lamina ganglionaris und Lamina multiformis, ferner am Thalamus, Hypothalamus, Corp. quadrigem. posterior und in den unteren Segmenten der Vorderhörner des Rückenmarks.

     
  3. 3.

    Da wir sog. ischÄmische GanglienzellenverÄnderungen nicht beobachteten, führen wir die vorgefundenen GanglienzellenverÄnderungen in erster Linie auf die schÄdliche Einwirkung des Ba-ions zurück. Unserer Ansicht nach haben die von den GefÄ\verÄnderungen verursachten Blutkreislaufstörungen im Zustandekommen der GanglienzellenverÄnderungen nur eine sekundÄre Rolle.

     
  4. 4.

    Da im Zentralnervensystem der lÄngere Zeit hindurch mit BaCl2 behandelten Kaninchen auch infolge der verwendeten kleinen Dosen beachtenswerte GanglienzellenverÄnderungen einsetzten, ist die andauerndere Behandlung mit Bariumchlorid für therapeutische Zwecke sehr zu bedenken.

     

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Copyright information

© Springer-Verlag 1953

Authors and Affiliations

  • I. Gy. Fazekas
    • 1
  • B. Felkai
    • 1
  • B. Melegh
    • 1
  1. 1.Institut für gerichtliche Medizin der UniversitÄt SzegedUngarn

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