Ovarialfunktion und Körperbau bei Anstaltspatientinnen, unter besonderer Berücksichtigung der Schizophrenie

  • Günter Elsässer
  • Harald Siebke
Article

Zusammenfassung

Von März 1947 bis August 1950 wurden 436 weibliche Neuaufnahmen aller Diagnosen in der Landesheilanstalt Bonn gynäkologisch und körperbaulich untersucht. Die Beurteilung der Ovarialfunktion gründet sich auf die sorgfältige Regelanamnese über das ganze Leben hin und auf den gynäkologischen Tastbefund. Als Ovarialinsuffizienzen wurden zusammengefaßt: leichte und ausgeprägte Hypoplasie, Infantilismus und (sekundäre) Atrophie. Ovarialinsuffizienzen kommen bei den 216 Schizophrenen insgesamt in 23,6% der Fälle vor (jedoch bei den hebephrenen und katatonen Kerngruppen in 33–39%, bei den rein paranoiden Formen nur in 3,7%). Die früher mitgeteilten hohen Prozentzahlen von 70–80% bei Dementia praecox sind wahrscheinlich durch eine unbeabsichtigte Auslese nach ungünstigen Verlaufsformen und jahrelanger Anstaltsverwahrung bedingt. Die 220 Nichtschizophrenen haben in 20,5% der Fälle Ovarialinsuffizienzen (davon die Manisch-Depressiven aber nur in 3,8%). DieOvarialinsuffizienzen kommen verhältnismäßig häufiger bei den Leptosomen, Hypoplastischen und Dysplastischen vor als bei den Metromorphenund Pyknischen.

DiePeriodenstörungen (besonders im Beginn der Erkrankung) sind am seltensten bei den Psychosen mit höherem Erkrankungsalter (den paranoiden Schizophrenien, den Manisch-Depressiven und den als „atypische“ endogene Psychosen zusammengefaßten Erkrankungen), vermutlich aus dem Grunde, weil hier der Zyklus bereits gut eingespielt und relativ widerstandsfähig ist.

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Copyright information

© Springer-Verlag 1952

Authors and Affiliations

  • Günter Elsässer
    • 1
    • 2
  • Harald Siebke
    • 1
    • 2
  1. 1.Landesheilanstalt BonnDeutschland
  2. 2.Univ.-Frauenklinik BonnDeutschland

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