Über die Temperatur-und Konzentrationsabhängigkeit der Bildung und Struktur von Molekülschichten der Arachinund der Stearinsäure

Ein Beitrag zur Kenntnis der Reaktionsmöglichkeiten an der Phasengrenze zweier Flüssigkeiten
  • F. Seelich
  • Friedl Hendler
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Zusammenfassung

An der Phasengrenze Dekalin/Phosphatpufferlösung kommt es bei Verwendung von Archin- oder Stearinsäure als grenzflächenaktive Substanzen nur dann zu einer sofortigen Einstellung der Gleichgewichtswerte der Grenzflächenspannung, wenn “kondensierte” Molekülschichten gebildet werden. Die für die Bildung “expandierter” Schichten erforderliche Zeit von mehreren Stunden ergibt sich als Folge der nur sehr langsamen Einstellung des Gleichgewichtes zwischen den Assoziaten in der Lösung und den Einzelmolekülen in der Grenzschicht. Auch das “Schmelzen” kondensierter Schichten ist im Gegensatz zur “Kondensation” ein langsam verlaufender Vorgang; letztere ist mit einer Abnahme des Spreitungsdruckes, bzw. mit einer Zunahme der Grenzflächenspannung verbunden, aus der sich die Kohäsion der Moleküle im “zweidimensionalen Kristallgitter” ermitteln läßt. Die Lage des Schmelzpunktes der Molekülschicht ist vom SpreitungsdruckPS (Δσ) abhängig. Die experimentell ermittelte Konzentrationsabhängigkeit der Grenzflächenspannung entspricht nicht der GleichungSzyszkowskis, da die Assoziation der Fettsäuren in Dekalin konzentrationsabhängig ist und die Assoziate weniger grenzflächenaktiv sind als die Einzelmoleküle.

Unter bestimmten Bedingungen kann eine Erhöhung der Temperatur eine beträchtliche Erhöhung der Grenzflächenspannung zur Folge haben; dieser Effekt ist reversibel und beruht auf der Erhöhung der Löslichkeit der Fettsäure in Dekalin bei Temperaturzunahme. Aus dem Verlauf der Grenzflächenspannung/Temperaturkurve läßt sich die Lage des Schmelzpunktes kondensierter Molekülschichten entnehmen und auf diesem Wege mit einer Fehlerbreite von zirka 1°C bestimmen.

Es wird auf die Bedeutung der beschriebenen Reaktionsmöglichkeiten mehrphasiger Systeme für das Verständnis biologischer Reaktionen hingewiesen.

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Copyright information

© Springer-Verlag 1950

Authors and Affiliations

  • F. Seelich
    • 1
  • Friedl Hendler
    • 1
  1. 1.Medizinisch-chemischen Institut der Universität GrazGrazÖsterreich

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