Der Züchter

, Volume 32, Issue 8, pp 369–371 | Cite as

Beobachtungen zur phänotypischen Variabilität der Genotypen: Resistenz und Anfälligkeit am Beispiel der Rippenbräune des Tabaks

  • G. Koelle
Article

Zusammenfassung

Beobachtungen über den Befall mit Rippenbräune (Y-Virus) auf einer anfälligen Tabaksorte und ihrer resistenten Mutante unter verschiedenen äußeren Bedingungen zeigten, daß beide Genotypen, Anfällige wie Resistente, zu jedem Grad von Krankheitsausprägung fähig sind. Der Befall der Resistenten trat jedoch erst dann ein, wenn über 60% der homozygot Anfälligen befallen waren.

Das Wesen einer genotypischen Krankheits-disposition kann daher nicht in einem absoluten Befallswert gesucht werden, sondern, so lange die biochemisch-genetischen Grundlagen der Resistenz nicht bekannt sind, nur in der Befallsdifferenz zwischen Resistenten und Anfälligen. Es wurde versucht, im Mittelwert der Befallsdifferenzen ein absolutes Maß für den Unterschied in der Wirkung der Allele zu finden. Danach konnte bei den Heterozygoten ein um etwa 14%, bei den rezessiven Resistenten ein um etwa 95% geringerer Befall festgestellt werden als bei den homozygot dominanten Anfälligen.

Der Ausdruck “Resistenzgen” wird diskutiert und hier auf das rezessive Allel des einen Genortes beschränkt, in dem sich die beiden Versuchssorten unterscheiden.

Summary

Observations about Y-Virus disease with a susceptible tobacco variety and its resistent mutant under different conditions showed that both genotypes, the susceptible as well as the resistant one, were able to show any degree of this disease. The resistants however were attacked in those cases only where more than 60% of the susceptibles were diseased.

Consequently the particular character of the genetic disposition can not be identified with a certain degree of disease. As long as the biochemical base of resistance is unknown, the genetic disposition can only be expressed by the difference of disease between resistant and susceptible genotypes. The mean of these differences offering an absolute measure, one can state that one dominant allele in the heterozygote had a phenotypic effect of 14% less and the two recessive alleles in the resistant variety of 95% less than the two dominant alleles in the susceptible variety.

The expression “resistance gene” is discussed and confined to the recessive gene of that gene locus, in which Virgin A and his mutant differ.

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Literatur

  1. 1.
    Koelle, G.: Versuche zur Vererbung der Krankheitsresistenz bei Tabak. III. Mitteilung: Versuche zur Resistenz gegenüber Rippenbräune in den Jahren 1954 bis 1957. Tabak-Forschung, Nr. 25, 90–92 (1958).Google Scholar
  2. 2.
    Koelle, G.: Genetische Analyse einer Y-Virus-Rippenbräune-) resistenten Mutante der Tabaksorte Virgin A. Der Züchter31, 71–72 (1961).Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag 1962

Authors and Affiliations

  • G. Koelle
    • 1
  1. 1.Bundesanstalt für TabakforschungForchheim

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