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Der Züchter

, Volume 31, Issue 4, pp 162–172 | Cite as

Versuche zur Anwendung von P32 in der Mutationszüchtung bei Sommergerste

III. Die Chlorophyllmutationsrate und das Mutationsspektrum nach P32-Behandlung in verschiedenen Stadien der Ontogenese
  • E. Keppler
  • W. Hentrich
Article

Zusammenfassung

  1. 1.

    In Samenquell-, Wasserkultur- und Sandkulturversuchen wurde die mutagene Wirkung (Mutationen des Chlorophyllapparates) des radioaktiven Phosphorisotopes P32 nach Gaben in verschiedenen Stadien der Ontogenese geprüft.

     
  2. 2.

    Die erhaltenen Mutationsraten waren vom Entwicklungsstadium der Pflanzen zum Zeitpunkt des als Nährlösung gegebenen P32-Zusatzes abhängig (Abb. 2).

     
  3. 3.

    Bei Anwendung optimaler P32-Gaben wurden durch P32-Zusatz nach der Meiosis und durch Einquellen lufttrockener Samen in P32-Lösung die höchsten Mutationsraten erzielt.

     
  4. 4.

    Die Ursache der Abhängigkeit der Mutabilität vom Entwicklungsstadium der Pflanze wird nicht als unterschiedliche Sensibilität gedeutet. Sie ist vielmehr in der verschiedenen Wirkungsweise von P32 in den einzelnen Phasen zu suchen. Während P32 in der vegetativen Phase vorwiegend im “vegetativen” Gewebe eingelagert wird, erfolgt in der generativen Phase ein stärkerer Einbau in das “generative”, für die “Keimbahn” bestimmte Gewebe.

     
  5. 5.

    Das Mutationsspektrum, d. h. die relative Häufigkeit des Auftretens der einzelnen Mutationstypen, war in allen untersuchten Phasen gleich.

     
  6. 6.

    Die Chimärennatur der war erwartungsgemäß nach der P32-Behandlung vor der Meiosis geringer als bei der postmeiotischen Gabe, aber nach Samenbehandlung, wo — abgeschen von wenigen Ausnahmen — stets nur eine Ähre mutiert war, am stärksten ausgeprägt.

     
  7. 7.

    Obgleich durch eine P32-Behandlung nach der Meiosis bzw. zur Anthesis eine etwas höhere Mutationsrate erzielbar ist, wird für die praktische Züchtung die technisch einfachere und vom Standpunkt des Strahlenschutzes weniger gefährliche Behandlung lufttrockener Samen empfohlen.

     

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Copyright information

© Springer-Verlag 1961

Authors and Affiliations

  • E. Keppler
    • 1
  • W. Hentrich
    • 1
  1. 1.Institut für Pflanzenzüchtung Dornburg/Saale der Friedrich-Schiller-Universität JenaJenaDeutschland

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